Das Codesystem der Neonazis und Rechtsextreme ist inzwischen durchaus bekannt und leicht zu recherchieren. Längst haben sie darauf reagiert und Springerstiefel und Bomberjacken werden heute eher selten getragen. Es gibt ständig neue Outfits, häufig von linken Gruppen entlehnt, sodass eine Unterscheidung schwieriger wird.

Das Tragen eines T-Shirts mit einem von „Rechten” genützten Symbol wie der „schwarzen Sonne” oder einer Triskele ist alleine noch kein Beleg für eine rechtsextreme Gesinnung. Wenn aber das Gesamterscheinungsbild weitere Hinweise bringt, außerdem Grauzonen- oder rechtsextreme Musik gehört wird oder die Autonummer eine Zahlenkombination wie „88” oder „18” trägt, spricht vieles für eine rechtsextreme, mindestens rechtsaffine Haltung des Trägers bzw. der Trägerin.

Der Ausschnitt zeigt den Rücken einer Bomberjacke. Oben findet sich ein kleiner Aufnäher mit der Aufschrift „Skinhead”. Damit zeigt sich der Träger der Skinhead-Subkultur zugehörig. Doch Vorsicht: In dieser Subkultur sind längst nicht alle rechtsextrem eingestellt. Bei jüngeren Nazis verliert die Gruppierung an Bedeutung.
Die Ziffer „88”, hier eingerahmt von Lorbeerzweigen, steht für den achten Buchstaben des Alphabets „H”. Für Gleichgesinnte steht dies als Abkürzung für den Gruß „Heil Hitler”. Dieses Symbol ist legal. Darunter befindet sich ein Totenkopf. Dieses Symbol war das Zeichen der SS, das sie auf ihrer Uniform trugen. Das Zeigen dieses Symbols ist heute verboten.

Es gibt weitere, teilweise recht komblizierte Zahlenkombinationen, die als Code verwendet werden. Weitere Beispiele: „18” für AH = Adolf Hitler, „28”, BH für „Blood & Honour" oder C18 für Combat18, ein internationales Neonazi-Netzwerk mit Schwerpunkten in England und Skandinavien.

Strafbar: Das Hakenkreuz als amtliches Symbol der NSDAP ist als Kennzeichen einer verbotenen Vereinigung als Zeichen allein oder in einer seiner zahlreichen Verwendungen (Fahnen, Armbinden, Abzeichen usw.) immer strafbar.

Eine nationale Schwarzwälderkirchtorte in Gedenken an den Führer??? Im Internetforum „Thiazi.net”, das von 2007 bis 2012 als rechtsextreme Plattform bekannt war, veröffentlichte die Mannheimerin und zehnfache Mutter Sabine R. unter ihrem Pseudonym „Enibas” Bilder ihrer Hakenkreuztorte. Heute leitet die website thiazi.net zu Informationen zum Thema Rechtsextremismus weiter.

Schwarze Sonne (auch zwölfarmiges Hakenkreuz, zwölffache Sig-Rune), wurde als spirituelles Zeichen der SS eingesetzt, jedoch kein amtliches Kennzeichen des NS. Daher nicht strafbar. In der rechtsextremen Szene und angrenzenden Subkulturen (NS Black Metal) sehr stark verbreitet.

Strafbar: Das Keltenkreuz wird nicht nur von der rechtsextremen Szene verwendet. Das ursprünglich heidni­sche Sonnensymbol wurde in christlichen Kontext übernommen und ist seit dem Frühmittelalter bis heute als Grabstein oder Mahnmal weit verbreitet zu finden.
Für Neonazis weltweit steht es allerdings als das Symbol schlechthin für die „Vormachtstellung der weißen Rasse” und die „White-Power”­ Bewegung. Man findet es auf T-Shirts, Fahnen, Bannern, als Ring oder Anhänger. Seit Oktober 2008 auch als isoliertes Zeichen (d.h. ohne Bezug zu Organisationen) strafbar, sofern die äußeren Umstände nicht eindeutig einen nicht-rechtsextremen Kontext ergeben.

Dieser Nazi trägt einen Anhänger mit einem Thorshammer, auch Mjölnir genannt, einem Symbol aus der germanischen Mythologie. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die magische Waffe des nordischen Gottes Thor, mit der dieser seine Feinde bekämpfte. Nazis verwenden gerne Symbole aus der germanischen Mythologie als Schmuck und Erkennungsmerkmal. Der Reichsbeauftragte für künstlerische Formgebung im Nationalsozialis­mus, Herbert Schweitzer, trug den Spitznamen „Mjölnir". Dieses Symbol hat keinen eindeutigen Bezug zum Nationalsozialismus und ist nicht illegal.

Diese zwei Logos gehören zur Marke „Thor Steinar”.Das Logo links wurde 2004 verboten, weil es ein nationalsozialistische Symbol darstellt (Ähnlichkeit mit der „Wolfsangel”). Seitdem wird das Logo rechts auf T-Shirts, Pullis, Hosen, Taschen und vielen anderen Produkten genutzt. Kleidung der Marke „Thor Steinar” hat ein modernes Design und enthällt häufig Symbole und Grafiken, die dezent auf den Nationalsozialismus anspielen. Für Nicht-Eingeweihte ist dies in der Regel nicht erkennbar.
Die Firma „Thor Steinar” war stets eng mit der rechten Szene verbunden, angeblich wurden Firmengewinne politischen Zwecken zugeführt. Vor allem in Hooligan- und Rocker-Kreisen ist die Marke beliebt. Seit Übernahme der Firma durch einen ausländischen Investor, wird in der rechten Szene sehr kontrovers über „Thor Steinar” diskutiert.

Die Broschüre Versteckspiel bietet eine ausführliche Darstellung rechtsextremer Symbole, Kleidung und Zahlencodes. Sie bietet Multiplikatorinnen und Muldiplikatoren, Lehrkräften, Jugendgruppenleiterinnen und -leidern sowie Sozialarbeitern/-innen allgemeingültige Hintergründe zu neofaschistischen Jugendkulturen und deren Lifestyle. > Versteckspiel


Weitere Informationen zu Symbolen und Zahlen-Codes unter