Fördermöglichkeiten

INTERREG-Mitteleuropa

Mit seiner industriellen Tradition und der Fähigkeit, Innovationen in allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft umzusetzen, leistet das Programm einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Strategie Europa 2020. 30 Prozent der EU-Bevölkerung leben in Mitteleuropa. Mit weiteren Kooperationen können die Entwicklungsperspektiven der Menschen spürbar verbessert und ein aktiver Beitrag zum Zusammenhalt geleistet werden.

Förderfelder:
Wissenschaft / Forschung / Technik , Demokratieförderung , Interkultureller Austausch
Art der Organisation:
EU-Förderung
Steckbrief:
INTERREG, oder wie es offiziell heißt, die "europäische territoriale Zusammenarbeit", ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Seit mehr als 20 Jahren werden damit grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt, die das tägliche Leben beeinflussen, zum Beispiel im Verkehr, beim Arbeitsmarkt und im Umweltschutz. INTERREG wird in drei Schwerpunkten (sogenannten Ausrichtungen) umgesetzt.

- grenzübergreifende Zusammenarbeit (Ausrichtung A): Weiterentwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit in benachbarten Grenzregionen
- transnationale Zusammenarbeit (Ausrichtung B): Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und kommunalen Partnern in transnationalen Kooperationsräumen, um die territoriale Integration dieser Räume zu erhöhen
- interregionale Zusammenarbeit (Ausrichtung C): Kooperationsnetze und Erfahrungsaustausch, um die Wirksamkeit bestehender Instrumente für Regionalentwicklung und Kohäsion zu verbessern.

INTERREG wird nicht zentral durch die Europäische Kommission verwaltet. Vielmehr setzen sich vor Ort in jedem Grenzraum, in jedem transnationalen Kooperationsraum Vertreter der nationalen und regionalen Behörden der beteiligten Mitgliedstaaten zusammen und definieren gemeinsam, unter Beteiligung von Kommunen, Wirtschafts- und Sozialpartnern und Nichtregierungsorganisationen, die Entwicklungsprioritäten des jeweiligen Programms. Die Umsetzung erfolgt dann in konkreten Projekten, zu denen sich Partner von beiden Seiten der Grenze oder im Fall von transnationalen Programmen sogar aus mehreren Staaten zusammenfinden müssen. Auch in den Projekten erfolgt die Zielfindung, Umsetzung und Erfolgskontrolle wieder gemeinsam.

Deutschland ist an sechs INTERREG B-Programmen mit verschiedenen Bundesländern und Regionen beteiligt. In fünf dieser Programme - im Alpenraum, in Mitteleuropa, im Nordseeraum, in Nordwesteuropa und im Ostseeraum - wird die Zusammenarbeit an die Erfahrungen und Ergebnisse aus den vergangenen Förderperioden anknüpfen. Mit dem neuen Programm für den Donauraum soll die entsprechende makroregionale Strategie besser umgesetzt werden.

Weitere Informationen zu INTERREG gibt es unter www.interreg.de .

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Deichmanns Aue 31-37
53179 Bonn

Extras:
Das Hintergrundpapier zur neuen Strukturfondsperiode 2014 - 2020 bietet Informationen zu den aktuellen Herausforderungen und europapolitischen Grundlagen für die Kohäsionspolitik und zeigt die Perspektiven der transnationalen Zusammenarbeit ab 2014 auf. Es steht unter www.interreg.de > "INTERREG" > "Was ist INTERREG?" zum Download bereit., Die Erarbeitung und Umsetzung der Ostsee- und der Donaustrategie der Europäischen Union von 2009 bzw. 2011 sind neuartige Politikansätze auf europäischer Ebene. Die Europäische Union fühlt sich nicht nur für ihr Gesamtterritorium verantwortlich, sondern auch für größere staatenübergreifende Teilräume, sogenannte europäische Makroregionen. Alle Informationen zu diesen Makrotegionen lassen sich unter www.interreg.de > "INTERREG" > "Makroregionale Strategien - was ist das?" finden.
Antrag:
Die Antragsverfahren in den Programmen werden derzeit von Excel-basierten Formularen auf Online-Verfahren umgestellt. Sobald Ergebnisse vorliegen, wird dieser Abschnitt aktualisiert.
Antrags-Hilfe:
Die transnationalen INTERREG-Programme wurden in den letzten Jahren zunehmend attraktiv. Dies führte bei gleichbleibendem Budget dazu, dass die Erfolgsquote bei Anträgen zurückging und teilweise auf ein Viertel sank. Um die damit verbundenen Kosten auf Seiten der Antragsteller und des Programmmanagements zu verringern, führen mehrere Programme künftig zweistufige Antragsverfahren durch. Als Vorbild dient das Alpenraum-Programm, in dem langjährige Erfahrungen dazu vorliegen. In einer ersten Stufe wird dabei zunächst eine Interessenbekundung oder ein Projektkonzept vorgelegt. Erst wenn diese die Kriterien für thematische Relevanz, beabsichtigte Partnerschaft, Transnationalität u.ä. erfüllen, wird das Konsortium dazu eingeladen, einen vollständigen Antrag einzureichen. Projektaufrufe, sogenannte Calls, werden von Ende 2014 bis ca. 2018 je nach Programm und entsprechend den Erfahrungen mit den neuen Antragsverfahren ein bis zweimal pro Jahr veröffentlicht.

Die Antragsunterlagen umfassen in der Regel das Kooperationsprogramm, das (Online-)Antragsformular, Erläuterungen zum Antragsformular und verschiedene weitere Informationsblätter, die Antworten auf häufig gestellte Fragen geben.

Anträge sind in englischer Sprache zu stellen. Sie müssen in der Regel folgende Informationen enthalten:

- Projektname und einprägsamer Kurztitel,
- Adressen des Lead Partners und der anderen Projektpartner,
- Namen des Projektleiters und der für die Finanzabwicklung zuständigen Institution/Person,
- Gesamtvolumen und Höhe des beantragten Zuschusses,
- Förderpriorität und spezifisches Ziel des Programms,
- vorgesehene Aktivitäten und konkrete Ergebnisse,
- Finanztabellen,
- Zeitplan,
- öffentlichkeitswirksame Maßnahmen,
- verbindliche Kofinanzierungszusagen der Projektpartner.

Kontakt
Dr. Wilfried Görmar
Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2328
wilfried.goermar@bbr.bund.de

Weitere Informationen stehen unter www.interreg.de > "Projekte" > "Projektpartner werden" zur Verfügung.
Einreichfristen:
Die Fristen für die Einreichung von Förderanträgen werden auf der Website der Programme, in einigen Regionen auch in den Amtsblättern, veröffentlicht. Pro Jahr erfolgen ein bis zwei Aufrufe zur Einreichung.
Wissenswertes:
Ziele des Programms
- Staatenübergreifende grenzüberschreitende Kooperationen fördern
- Städte und Regionen in Europa zu besseren Orten zum Leben und Arbeiten machen
- Transnationale Zusammenarbeit als Impulsgeber für neue Ansätze in den Bereichen Innovation, kohlenstoffarme Wirtschaft, Umwelt, Kultur und Verkehr

Förderschwerpunkte
Priorität 1: Kooperation im Bereich Innovation - für ein wettbewerbsfähigeres Mitteleuropa
- Verbesserung der dauerhaften Vernetzung von Akteuren im Bereich Innovation zur Stärkung des regionalen Innovationspotenzials
- Verbesserung von Wissen und Fertigkeiten zur Förderung sozialer und wirtschaftlicher Innovationen
Priorität 2: Kooperation zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Mitteleuropa
- Entwicklung und Anwendung von Lösungen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien in öffentlichen Infrastrukturen
- Aufwertung regionaler Energiekonzepte bzw. -strategien, die die Vermeidung des Klimawandels zum Ziel haben
- Verbesserung des Wissens rund um die Planung von Verkehr und Mobilität in funktional verflochtenen Räumen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes
Priorität 3: Kooperation im Bereich natürlicher und kultureller Ressourcen für nachhaltiges Wachstum in Mitteleuropa
- Verbesserung eines integrierten Umweltmanagements zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung des natürlichen Erbes und natürlicher Ressourcen
- Aufbau von Wissen zur nachhaltigen Nutzung von Kulturerbe und -ressourcen
- Förderung des Managements der Umwelt in städtisch-funktionalen Gebieten
Priorität 4: Kooperation im Bereich Verkehr - für eine bessere Vernetzung Mitteleuropas
- Verbesserte Planung und Koordinierung regionaler Personenverkehrssysteme zwecks Anbindung an nationale und europäische Verkehrsnetze
- Verbesserung der Koordinierung von Akteuren im Güterverkehr mit dem Ziel multimodaler, umweltfreundlicher Güterverkehrslösungen

Projektauswahl
Über die Projektanträge entscheidet ein Programmausschuss (Monitoring Committee), der sich aus nationalen und regionalen Vertretern der beteiligten Staaten zusammensetzt. Die deutsche Delegation besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundes und Baden-Württembergs als federführendem Land. Im Vorfeld der Entscheidungen berät die deutsche Delegation im deutschen Ausschuss des Mitteleuropaprogramms über die Projektanträge.
Richtlinien:
Projektanträge einreichen
Förderanträge können von Körperschaften des Bundes, der Länder, der Regionen und Kommunen, von Universitäten und Nichtregierungsorganisationen eingereicht werden. Kleine und mittlere Unternehmen, Forschungseinrichtungen und andere private Einrichtungen können sich ebenfalls beteiligen. Die Projektgruppe muss einen Hauptpartner (Lead Partner) benennen, der die inhaltliche, organisatorische und finanzielle Gesamtverantwortung für das Projekt trägt. Auch private Institutionen können die Funktion des Lead Partners übernehmen.

Fördermittel
Insgesamt stehen bis zum Jahr 2020 ca. 247 Millionen Euro EU-Fördermittel für den mitteleuropäischen Kooperationsraum zur Verfügung. Um EU-Fördermittel zu erhalten, müssen bei Antragstellern aus Deutschland, Italien und Österreich 20% der gesamten Projektkosten getragen werden (Antragsteller aus den neuen EU-Mitgliedstaaten 15%). Gemeinkosten können voraussichtlich pauschal mit 15% der Personalkosten abgerechnet werden.

(Quelle: www.interreg.de > "INTERREG" > "Sechs Programmräume" > "Mitteleuropa")
INTERREG-Projekte zeigen, dass staatenübergreifende Lösungen nationale Ansätze oft sinnvoll ergänzen oder erweitern. Mit vergleichsweise wenig Geld werden viele Hebel in Bewegung gesetzt, um Investitionen vorzubereiten, den Ressourceneinsatz zu bündeln und langfristige Kooperationen aufzubauen. Gute Beispiele dafür stehen unter www.interreg.de > "Projekte" > "Gute Beispiele" bereit.
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