Fördermöglichkeiten

INTERREG-Nordwesteuropa

Viele der wirtschaftsstärksten Regionen Europas liegen in Nordwesteuropa, das als hochgradig dynamisch gilt. Geprägt durch viele Metropolen, Groß- und Mittelstädte auf relativ engem Raum, ist er mit seinen 240 Millionen Einwohnern der urbanste und am dichtesten besiedelte INTERREG-Programmraum. Das Programm bietet einen ansprechenden Rahmen, um viele wirklich innovative Projektideen zu entwickeln und konkrete, neuartige Projektergebnisse zu liefern.

Förderfelder:
Wissenschaft / Forschung / Technik , Interkultureller Austausch , Demokratieförderung
Art der Organisation:
EU-Förderung
Steckbrief:
INTERREG, oder wie es offiziell heißt, die "europäische territoriale Zusammenarbeit", ist Teil der Struktur- und Investitionspolitik der Europäischen Union. Seit mehr als 20 Jahren werden damit grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt, die das tägliche Leben beeinflussen, zum Beispiel im Verkehr, beim Arbeitsmarkt und im Umweltschutz. INTERREG wird in drei Schwerpunkten (sogenannten Ausrichtungen) umgesetzt.

- grenzübergreifende Zusammenarbeit (Ausrichtung A): Weiterentwicklung der wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit in benachbarten Grenzregionen
- transnationale Zusammenarbeit (Ausrichtung B): Zusammenarbeit zwischen nationalen, regionalen und kommunalen Partnern in transnationalen Kooperationsräumen, um die territoriale Integration dieser Räume zu erhöhen
- interregionale Zusammenarbeit (Ausrichtung C): Kooperationsnetze und Erfahrungsaustausch, um die Wirksamkeit bestehender Instrumente für Regionalentwicklung und Kohäsion zu verbessern.

INTERREG wird nicht zentral durch die Europäische Kommission verwaltet. Vielmehr setzen sich vor Ort in jedem Grenzraum, in jedem transnationalen Kooperationsraum Vertreter der nationalen und regionalen Behörden der beteiligten Mitgliedstaaten zusammen und definieren gemeinsam, unter Beteiligung von Kommunen, Wirtschafts- und Sozialpartnern und Nichtregierungsorganisationen, die Entwicklungsprioritäten des jeweiligen Programms. Die Umsetzung erfolgt dann in konkreten Projekten, zu denen sich Partner von beiden Seiten der Grenze oder im Fall von transnationalen Programmen sogar aus mehreren Staaten zusammenfinden müssen. Auch in den Projekten erfolgt die Zielfindung, Umsetzung und Erfolgskontrolle wieder gemeinsam.

Deutschland ist an sechs INTERREG B-Programmen mit verschiedenen Bundesländern und Regionen beteiligt. In fünf dieser Programme - im Alpenraum, in Mitteleuropa, im Nordseeraum, in Nordwesteuropa und im Ostseeraum - wird die Zusammenarbeit an die Erfahrungen und Ergebnisse aus den vergangenen Förderperioden anknüpfen. Mit dem neuen Programm für den Donauraum soll die entsprechende makroregionale Strategie besser umgesetzt werden.

Weitere Informationen zu INTERREG gibt es unter www.interreg.de .

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Deichmanns Aue 31-37
53179 Bonn

Extras:
Das Hintergrundpapier zur neuen Strukturfondsperiode 2014 - 2020 bietet Informationen zu den aktuellen Herausforderungen und europapolitischen Grundlagen für die Kohäsionspolitik und zeigt die Perspektiven der transnationalen Zusammenarbeit ab 2014 auf. Es steht unter www.interreg.de > "INTERREG" > "Was ist INTERREG?" zum Download bereit., Die Erarbeitung und Umsetzung der Ostsee- und der Donaustrategie der Europäischen Union von 2009 bzw. 2011 sind neuartige Politikansätze auf europäischer Ebene. Die Europäische Union fühlt sich nicht nur für ihr Gesamtterritorium verantwortlich, sondern auch für größere staatenübergreifende Teilräume, sogenannte europäische Makroregionen. Alle Informationen zu diesen Makrotegionen lassen sich unter www.interreg.de > "INTERREG" > "Makroregionale Strategien - was ist das?" finden.
Antrag:
Die Antragsverfahren in den Programmen werden derzeit von Excel-basierten Formularen auf Online-Verfahren umgestellt. Sobald Ergebnisse vorliegen, wird dieser Abschnitt aktualisiert.
Antrags-Hilfe:
Die transnationalen INTERREG-Programme wurden in den letzten Jahren zunehmend attraktiv. Dies führte bei gleichbleibendem Budget dazu, dass die Erfolgsquote bei Anträgen zurückging und teilweise auf ein Viertel sank. Um die damit verbundenen Kosten auf Seiten der Antragsteller und des Programmmanagements zu verringern, führen mehrere Programme künftig zweistufige Antragsverfahren durch. Als Vorbild dient das Alpenraum-Programm, in dem langjährige Erfahrungen dazu vorliegen. In einer ersten Stufe wird dabei zunächst eine Interessenbekundung oder ein Projektkonzept vorgelegt. Erst wenn diese die Kriterien für thematische Relevanz, beabsichtigte Partnerschaft, Transnationalität u.ä. erfüllen, wird das Konsortium dazu eingeladen, einen vollständigen Antrag einzureichen. Projektaufrufe, sogenannte Calls, werden von Ende 2014 bis ca. 2018 je nach Programm und entsprechend den Erfahrungen mit den neuen Antragsverfahren ein bis zweimal pro Jahr veröffentlicht.

Die Antragsunterlagen umfassen in der Regel das Kooperationsprogramm, das (Online-)Antragsformular, Erläuterungen zum Antragsformular und verschiedene weitere Informationsblätter, die Antworten auf häufig gestellte Fragen geben.

Anträge sind in englischer Sprache zu stellen. Sie müssen in der Regel folgende Informationen enthalten:

- Projektname und einprägsamer Kurztitel,
- Adressen des Lead Partners und der anderen Projektpartner,
- Namen des Projektleiters und der für die Finanzabwicklung zuständigen Institution/Person,
- Gesamtvolumen und Höhe des beantragten Zuschusses,
- Förderpriorität und spezifisches Ziel des Programms,
- vorgesehene Aktivitäten und konkrete Ergebnisse,
- Finanztabellen,
- Zeitplan,
- öffentlichkeitswirksame Maßnahmen,
- verbindliche Kofinanzierungszusagen der Projektpartner.

Kontakt
Brigitte Ahlke (in Vertretung)
Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2330
brigitte.ahlke@bbr.bund.de

Weitere Informationen stehen unter www.interreg.de > "Projekte" > "Projektpartner werden" zur Verfügung.
Einreichfristen:
Die Fristen für die Einreichung von Förderanträgen werden auf der Website der Programme, in einigen Regionen auch in den Amtsblättern, veröffentlicht. Pro Jahr erfolgen ein bis zwei Aufrufe zur Einreichung.
Wissenswertes:
Ziele des Programms
- Nordwesteuropa zu einem der Schlüsselakteure der Weltwirtschaft und zu einem attraktiven Ort zum Arbeiten und Leben machen
- Stärkung des territorialen Zusammenhalts in Nordwesteuropa durch transnationale Partnerschaften in den Bereichen Innovation, CO2-arme Wirtschaft und Ressourceneffizienz

Förderschwerpunkte
Priorität 1: Innovation - Verbesserung der Innovationsleistung durch internationale Zusammenarbeit in Nordwesteuropa, u.a. durch
- Stärkung der Kapazitäten von Regionen zur Verbesserung ihrer Innovationsleistung
- Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen
- Erbringung von soziale Vorteilen durch Innovation
Priorität 2: CO2-arme Wirtschaft - Verringerung von Treibhausgasemissionen durch internationale Zusammenarbeit in Nordwesteuropa, u.a. durch
- Umsetzung von städtischen und regionalen Strategien zum Klimaschutz, zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zur Minimierung des CO2-Ausstoßes;
- Umsetzung von kombinierten Lösungen zu Klimaschutz und Klimaanpassung
- Anwendung CO2-armer Technologien, Produkte, Prozesse und Dienstleistungen
- Umsetzung transnationaler Lösungen für CO2-arme Verkehrssysteme und ein optimiertes Verkehrsmanagement
Priorität 3: Ressourceneffizienz - Steigerung der Ressourceneffizienz durch internationale Zusammenarbeit in Nordwesteuropa, u.a. durch
- Umsetzung neuer Technologien, Dienstleistungen, Produkte und Prozesse zur Optimierung der (Wieder-) Verwertung von Materialien und natürlichen Ressourcen

Projektauswahl
Über die Projektanträge entscheidet ein Programmausschuss, der sich aus nationalen und regionalen Vertretern der beteiligten Staaten zusammensetzt. Die deutsche Delegation besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundes und aus Rheinland-Pfalz als künftiges federführendes Land, sowie aus Nordrhein-Westfalen als künftiges stellvertretendes federführendes Land. Im Vorfeld der Entscheidungen des Programmausschusses berät der deutsche Ausschuss des Nordwesteuropa-Programms über die Projektanträge.
Richtlinien:
Förderanträge können von Körperschaften des Bundes, der Länder, der Regionen und Kommunen, von Universitäten und Nichtregierungsorganisationen eingereicht werden. Kleine und mittlere Unternehmen, Forschungseinrichtungen und andere private Einrichtungen können sich ebenfalls beteiligen. Die transnationale Projektgruppe muss einen Hauptpartner (Lead Partner) benennen, der die inhaltliche, organisatorische und finanzielle Gesamtverantwortung für das Projekt trägt. Private können voraussichtlich nicht die Funktion des Lead Partners übernehmen.

Fördermittel
Insgesamt stehen bis zum Jahr 2020 ca. 396 Millionen Euro EU-Fördermittel für Nordwesteuropa zur Verfügung. Um EU-Fördermittel zu erhalten, müssen mindestens 40% der gesamten Projektkosten von den Antragstellern getragen werden. Gefördert werden u.a. Personalkosten, Veranstaltungskosten, Reisekosten, Investitionen. Gemeinkosten können voraussichtlich pauschal mit 15% der Personalkosten abgerechnet werden.

(Quelle: www.interreg.de > "INTERREG" > "Sechs Programmräume" > "Nordwesteuropa")
INTERREG-Projekte zeigen, dass staatenübergreifende Lösungen nationale Ansätze oft sinnvoll ergänzen oder erweitern. Mit vergleichsweise wenig Geld werden viele Hebel in Bewegung gesetzt, um Investitionen vorzubereiten, den Ressourceneinsatz zu bündeln und langfristige Kooperationen aufzubauen. Gute Beispiele dafür stehen unter www.interreg.de > "Projekte" > "Gute Beispiele" bereit.
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