Fördermöglichkeiten

Zukunftsplan Jugend - Ausbau von Beteiligungs- und Engagementformen für junge Menschen

Um eine gleichberechtigte gesellschaftliche, politische, kulturelle und soziale Teilhabe und Beteiligung aller Kinder und Jugendlichen zu erreichen, sollen in Baden-Württemberg flächendeckend verlässliche, vielfältige und zielgruppenspezifische Beteiligungsformen und -möglichkeiten für alle Kinder und Jugendlichen entwickelt und ausgebaut werden, unter besonderer Berücksichtigung sozial und bildungsmäßig benachteiligter junger Menschen sowie des ländlichen Raums.

Förderfelder:
Demokratieförderung , Soziale Integration , Kinder / Jugendliche
Art der Organisation:
Öffentliche Förderung
Steckbrief:
Die Landesregierung und die Partner der Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit haben am 12. März 2013 gemeinsam die Vereinbarung "Zukunftsplan Jugend" unterzeichnet. Das Vertragswerk gilt für den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2016.

Die Leitlinien der neuen Kinder- und Jugendarbeit beziehen sich auf fünf Aufgabenfelder. Es geht z. B. um die Entwicklung und Umsetzung eines mit der Schule abgestimmten Bildungskonzeptes, die Einrichtung von Bildungsnetzwerken, aber auch um die Förderung neuer Zielgruppen, die Inklusionsarbeit und um Aktionspläne zur Prävention gegen menschenfeindliche und rechtsextremistische Tendenzen, für Toleranz und Gleichberechtigung der Geschlechter. Außerdem sollen die Beteiligungsformen ausgebaut und Verantwortungsübernahme als Bildungsziel verankert werden. Zum Landesjugendplan soll eine Förderstatistik aufgebaut und die Förderverfahren vereinfacht werden.

Weitere Informationen zum "Zukunftsplan Jugend" gibt es unter sozialministerium.baden-wuerttemberg.de > "Menschen" > "Kinder und Jugendliche" > "Zukunftsplan Jugend".

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg

Schellingstr. 15
70174 Stuttgart

Telefon: 0711 123-0
Fax: 0711 123-3999
E-Mail: poststellesm.bwl.de
Internet: sm.baden-wuerttemberg.de
Extras:
Der komplette Zukunftsplan Jugend steht unter sozialministerium.baden-wuerttemberg.de > "Menschen" > "Kinder und Jugendliche" > "Zukunftsplan Jugend" > "Downloads" als PDF-Datei zur Verfügung.
Antragsinfo:
Ein Antrag kann schriftlich formlos gestellt werden
Antrag:
Anträge sind schriftlich oder per E-Mail beim

Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg
Schellingstraße 15
70174 Stuttgart
zukunftsplan-jugend@sm.bwl.de
einzureichen.
Antrags-Hilfe:
Für Auskünfte steht Herr Dr. Reiners (Tel.: 0711/123-3669) zur Verfügung.
Einreichfristen:
29. Mai
Wissenswertes:
Das Gesamtprojekt zielt auf den Ausbau und die Weiterentwicklung von Formen der Partizipation junger Menschen (bis 27 Jahren). Partizipation wird dabei verstanden als die aktive und verantwortliche Mitgestaltung der Gesellschaft. Entsprechend der fachlichen Differenzierung zwischen politischer und gesellschaftlicher Partizipation, die auch im Zukunftsplan Jugend in den beiden Schwerpunkten Beteiligung und Verantwortungsübernahme abgebildet ist, verfolgt das Gesamtprojekt (mit gleicher Gewichtung) zwei Handlungsstränge:

a) Politische Beteiligung, d.h. die aktive Teilhabe junger Menschen an allen sie betreffenden politischen Entscheidungsprozessen.
b) Freiwilliges Engagement, d.h. die Verantwortungsübernahme junger Menschen für das Gemeinwohl und für ein gelingendes Miteinander im Gemeinwesen, etwa durch Engagement für Kultur, Sport, Umwelt und soziale Initiativen – in begleiteter oder selbstverwalteter Form.

Um die Herausforderung der Überwindung von Ungleichheit und Herkunftsabhängigkeit der Teilhabe- und Beteiligungschancen junger Menschen gezielt anzugehen, umfasst das Gesamtprojekt zwei Förderschwerpunkte. Gefördert werden:

Förderschwerpunkt 1:
Milieuübergreifend ausgerichtete Maßnahmen der politischen Beteiligung und/oder Engagementförderung: Dies umfasst alle Formen, in denen ein besonderer Schwerpunkt darauf liegt, dass junge Menschen gemeinsam aktiv werden, die ansonsten aufgrund von Unterschieden im kulturellen Hinter-grund, Bildungsstatus und ihrer sozioökonomischen Lebenslage nur wenig Berührungspunkte haben.

Förderschwerpunkt 2:
Formen von politischer Beteiligung und/oder Engagementförderung, die insbesondere junge Menschen erreichen, die in den bestehenden Formen stark unterrepräsentiert sind. Beobachtungen aus der Praxis der Kinder- und Jugendbeteiligung, aber auch empirische Befunde (Freiwilligensurvey, Shell-Jugendstudie 2010 und Sinus-Jugendstudie 2012) verdeutlichen, dass insbesondere junge Menschen mit niedrigem Bildungsstatus oder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien sowie junge Menschen mit eigener Migrationserfahrung an den bestehenden Beteiligungs- und Engagementformen nur in begrenztem Maße teilhaben. Gleichzeitig zeigen sie eine hohe Bereitschaft, durch Beteiligung und freiwilliges Engagement Verantwortung im Gemeinwesen und für das Gemeinwohl zu übernehmen. Gefördert werden sollen deshalb Projekte, die auf einer örtlichen Bestandsaufnahme, welche jungen Menschen im jeweiligen Sozialraum bei politischer Beteiligung und Engagement unterrepräsentiert sind, basieren. Die Projekte sollen gezielt einen Rahmen schaffen für die Engagementmotivation dieser jungen Menschen und niedrigschwellige "Andock-Möglichkeiten" in politischen Beteiligungsprozessen für sie realisieren. Erwünscht sind dabei insbesondere auch Maßnahmen, die gleichzeitig Begegnungen von jungen Menschen mit unterschiedlichen Milieuorientierungen fördern.

Gefördert werden sollen Projekte, die innovative Formen erproben. Dabei ist es auch möglich, an bereits an anderen Orten bestehende Good Practice milieuübergreifender und niedrigschwelliger Beteiligungs- und Engagementformen anzuknüpfen und diese für die Situation und die Bedarfe vor Ort zu modifizieren.
Richtlinien:
Regiestelle zur Gesamtprojekt-Koordination, -Begleitung und Dokumentation
Die Regiestelle soll im Rahmen des Gesamtprojekts folgende Aufgaben übernehmen:
- Organisation des Aufruf- und Auswahlverfahrens für die lokalen Projekte sowie Weitergabe entsprechender Teile der bewilligten Zuwendung an deren Träger
- Beratung von Antragstellern bei der Konzipierung von Vorhaben,
- Erstellung eines einheitlichen Dokumentationskonzepts, Endredaktion und Bereitstellung der lokalen Projekt-Dokumentationen,
- Organisation des Fachtags in Abstimmung mit der Geschäftsstelle des Zukunftsplans Jugend,
- Organisation von Workshops und Fachveranstaltungen zur Diskussion und Präsentation der örtlichen Projektergebnisse,
- Erstellung von Handlungsempfehlungen ("Werkzeugkasten") auf Basis der örtlichen Dokumentationen. Diese umfassen:
- Darstellung der örtlichen Vorhaben zur Übertragung auf andere Standorte,
- Handlungsempfehlungen für Träger der Kinder- und Jugendarbeit und Jugend-sozialarbeit sowie für Kommunen.

Für die Aufgaben der Regiestelle können in den Haushaltsjahren 2015 bis 2016 insgesamt höchstens 91.000 Euro der Gesamtzuwendung vorgesehen werden. Der tatsächliche Zuschussbedarf ist im Kosten- und Finanzierungsplan für das Gesamtprojekt, der dem Antrag beizufügen ist, getrennt für die Jahre 2015 und 2016, darzulegen.


Lokale Projekte / Projektlinien
Die nicht für die Regiestelle gebundenen Zuwendungsmittel können für folgende lokale Projekte weitergegeben werden:

Projektlinie Typ 1: Mikroprojekte
- Mikroprojekte verfolgen das Ziel, erfolgreiche Beteiligungs- und Engagementformen "in die Fläche zu bringen". Gefördert werden sollen insbesondere auch Maßnahmen, die schon an anderen Orten erfolgreich erprobt wurden und vor Ort neu umgesetzt werden.
- Gefördert werden Maßnahmen entsprechend der Förderschwerpunkte mit einem Volumen von bis zu 5.000 EUR. Zuwendungsfähig sind Sach- und Personalkosten im Durchführungszeitraum (max. bis 31.12.2016). Es erfolgt ein Projektbericht in Form eines Portraits (Ausgangssituation, Ziele, erreichte Zielgruppen, Umsetzung).

Projektlinie Typ 2: Modellhafte Projekte
- Modellhafte Projekte verfolgen das Ziel, innovative Beteiligungs- und Engagementformen zu erproben, auszuwerten und zu dokumentieren.
- Gefördert werden Maßnahmen mit einem Volumen von 10.000 bis 20.000 EUR. Zuwendungsfähig sind Sach- und Personalkosten im Durchführungszeitraum (max. 31.12.2016).
- In begründeten Einzelfällen können auch größer dimensionierte Maßnahmen gefördert werden, wenn diese insofern von besonderer Bedeutung sind, als dass sich hiervon Erkenntnisse ableiten lassen, die den Ausbau von Beteiligungs- und Engagementformen maßgeblich voran bringen können ("Leuchtturmprojekte").
- Die Projektträger sollen einen Eigenanteil von mindestens 10 % der förderfähigen Gesamtkosten erbringen. Dies ist in einem Kosten- und Finanzierungsplan dazustellen.
- Begleitet durch die Regiestelle erfolgt eine Reflexion und Auswertung des Projektverlaufs und der Projektergebnisse. Sie dient dazu, Handlungswissen zu generieren, dass für die Planung ähnlicher Vorhaben an anderen Standorten genutzt werden kann. Die Auswertungsergebnisse (Ausgangssituation, Ziele, erreichte Zielgruppen, Umsetzungsschritte, förderliche und hinderliche Bedingungen, abzuleitende Handlungsempfehlungen) werden dokumentiert und veröffentlicht.

Träger der lokalen Projekte (Zuwendungsletztempfänger) können neben Kommunen anerkannte Freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe und außerschulischen Jugendbildung sein. Erwünscht sind insbesondere auch Anträge, die von Gruppen/Initiativen junger Menschen ausgehen und über Kommunen oder anerkannte Träger gestellt werden. Die Bereitschaft der Antragsteller zur Erstellung einer aussagekräftigen Dokumentation der Projektergebnisse (nach Maßgabe des von der Regiestelle erstellten Dokumentationskonzepts) ist zwingend erforderlich. Bei der Zuwendungsweitergabe sollen die Auswahlempfehlungen des Programmbeirats berücksichtigt werden.


Antragstellung
Anträge zur Förderung des Gesamtprojekts (einschl. Regiestelle) können von Landesverbänden der Kinder- und Jugendarbeit oder der Jugendsozialarbeit, die Partner des Zukunftsplans Jugend sind, gestellt werden (Zuwendungserstempfänger).

Anträge zur Förderung lokaler Projekte können bei der Regiestelle nach Maßgabe der dortigen Festlegungen eingereicht werden.
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