• Antisemitismus: Hass und Feindschaft gegen Juden aufgrund ihres Judeseins. Spielt im Rechtsextremismus eine erhebliche Rolle. Rechtsextremisten unterscheiden menschliche Rassen (biologisch betrachtet gibt es nur eine menschliche Rasse) und verbinden damit Wertunterschiede. Die Folge antisemitischer Haltungen sind häufig nicht nur menschenverachtende Äußerungen und Propagandakampagnen, sondern auch Straftaten gegen Juden und jüdische Einrichtungen. Während der Zeit des Nationalsozialismus führte der politisch gewollte Antisemitismus in Deutschland zur Massenvernichtung von Millionen Juden.
    Siehe Erklärfilm „Antisemitismus begegnen” der Bundeszentrale für politische Bildung.
  • Autonome Nationalisten (AN): Mit dem Begriff „Autonome Nationalisten“ wird eine neonazistische Strömung bezeichnet (etwa seit 2005), die äußerlich durch Anleihen bei linksextremistischen Autonomen auffällt. Es wird versucht, klassische Themenfelder des Linksextremismus wie Antikapitalismus oder Antiglobalisierung für eigene Zwecke und Propaganda zu vereinnahmen. Angehörige der AN treten oft provokant und selbstbewusst mit einem hohen Maß an Gewaltbereitschaft. Dies ist insbesondere bei öffentlichen Veranstaltungen zu beobachten, wo sich AN bisweilen vermummt zu „Schwarzen Blöcken“ zusammenschließen. Innerhalb der Neonaziszene sind AN nicht unumstritten.
  • Fanzines: Der Begriff setzt sich aus den Worten „Fan“ und (engl.) „Magazine“ zusammen. Gemeint sind Zeitschriften, die Fans für Fans erstellen, um über Musikgruppen, CDs, Konzerte sowie sonstige Szeneveranstaltungen zu informieren. Aktivisten und rechtsextremistische Gruppierungen erhalten in Interviews Gelegenheit zur Selbstdarstellung und zur Verbreitung ihres Gedankenguts. 
  • Faschismus: Herrschaftsform, die vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in vielen europäischen Ländern verbreitet war. Faschistische Systeme sind Diktaturen, ihre Vertreter und Anhängerschaft sind gegen die Demokratie eingestellt. In der Regel wird nur eine politische Partei zugelassen, massiver Terror und Gewalt gegen Andersdenkende eingesetzt, es gibt weder Meinungsfreiheit noch Pressefreiheit.
    Faschistischen Diktaturen gab es im 20. Jahrhundert in Italien (1922-1945 mit Benito Mussolini als Führer, ital. Duce ), in Spanien (1939-1975 unter General Franco), in Portugal (1924-1974, einer der wichtigen Führer war António de Oliveira Salazar) oder in Österreich (1933-1938, Engelbert Dollfuß und Kurt Schuschnigg). Faschistische Bewegungen gab es auch in anderen Ländern, z.B. in Ungarn (Pfeilkreuzler) oder Kroatien (Ustascha). Eine besonders brutale Form des Faschismus war der Nationalsozialismus. 
  • Freie Nationalisten/Freie Kräfte: Das Konzept der „Freien Nationalisten“ (auch bezeichnet als „Freie Kräfte“) wurde Mitte der 90er-Jahre von Neonazis als Reaktion auf die zahlreichen Verbote neonazistischer Vereine entwickelt. Ziel war es, die zersplitterte neonazistische Szene unter Verzicht auf vereinsmäßige Strukturen („Organisierung ohne Organisation“) zu bündeln, deren Aktionsfähigkeit zu erhöhen und gleichzeitig Verbotsmaßnahmen zu verhindern.  
  • Fremdenfeindlichkeit: Als fremdenfeindlich sind alle Einstellungen, Haltungen und Handlungen anzusehen, die sich gegen Personen richten, die aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Nationalität als „fremd“ erscheinen. Fremdenfeindlichkeit basiert auf rassistischen, nationalistischen und antisemitischen Haltungen und zeigt eine mangelnde Offenheit für andere Kulturen. 
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF): Der von Wilhelm Heitmeyer geprägte Begriff versucht Einstellungen im Bereich Rassismus, Rechtsextremismus, Diskriminierung und Sozialdarwinismus mit einem integrativen Konzept neu zu fassen.Das Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld hat untersucht, „wie Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser und ethnischer Herkunft sowie mit verschiedenen Lebensstilen in dieser Gesellschaft von der Mehrheit wahrgenommen werden und mit feindseligen Mentalitäten konfrontiert sind. (...) Es [Das Syndrom GMF] ist aus Vorurteilen gegenüber einer Reihe ganz unterschiedlicher Gruppen zusammengesetzt, deren Gleichwertigkeit und Unversehrtheit in Frage gestellt wird. Der gemeinsame Kern des Syndroms ist somit eine Ideologie der Ungleichwertigkeit.” http://www.uni-bielefeld.de/ikg/projekte/GMF/WasIstGMF.html
    Das GMF-Syndrom stellt Zusammenhänge zwischen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Abwertung von Obdachlosen, Abwertung von Behinderten, Islamfeindlichkeit, Klassischer Sexismus, Etabliertenvorrechte, Abwertung von Langzeitarbeitslosen, Abwertung von Asylbewerbern, Antiziganismus dar.
  • Homophobie bezeichnet eine soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit. Es handelt sich um eine „irrationale, weil sachlich durch nichts zu begründende Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen. Daraus entstehende Vorurteile und Zerrbilder, bis hin zu Ekel und Hassgefühlen rufen wiederum Ängste und infolgedessen antihomosexuelle Aggression und Gewalt hervor.” (http://www.homophobie.at/wasisthomophobie/index.html) Homophobie zählt zum Syndrom Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF). Einen Erklärfilm bietet die Bundeszentrale für politische Bildung an.
  •  Kameradschaften: Gemeint sind rechtsextreme bzw. neonazistische „Kameradschaften“ die durch den Willen zur politischen Aktivität geprägt sind. Obwohl sie meist nur lose äußerliche Strukturen aufweisen – im Unterschied zu rechtsextremen Jugendorganisationen in Parteien –, sind sie durch eine verbindliche Funktionsaufteilung deutlich strukturiert. Einige Kameradschaften verwenden Bezeichnungen, die sie für die Öffentlichkeit erkennbar machen, z. B. „Kameradschaft Höri-Bodensee“.  
  • Nationalismus: Eine Bestrebung, bei der die Nation noch vor den Menschenrechten als oberster Wert gilt. Die eigene Nation wird überbewertet, andere Nationen werden abgewertet. 
  • Neonazismus: Der Neonazismus knüpft an die Ideologie des Nationalsozialismus an. Wunschbild der Neonazis ist ein totalitärer und rassistischer Führerstaat mit einer Einheitspartei. Nationale Interessen werden auf Kosten der Interessen anderer Nationen und der Individualrechte der „Volksgenossen“ (d. h. derjenigen, die „deutschen Blutes“ sind) überbewertet. Neonazis sind entschiedene Rassisten. Die Folgen sind fremdenfeindliche Agitation sowie Gewalt- und sonstige Straftaten. Insbesondere richtet sich der Hass von Neonazis gegen Juden.
  • Neue Rechte: Die geistige Strömung der „Neuen Rechten“ ist in den 1970er-Jahren in Frankreich aufgekommen. Ihre Anhänger bemühen sich um eine Intellektualisierung des Rechtsextremismus. Die „Neue Rechte“ beruft sich unter anderem auf antidemokratische Denker, die bereits zur Zeit der Weimarer Republik unter der Bezeichnung „Konservative Revolution“ aktiv waren. Aktivisten der „Neuen Rechten“ beabsichtigen, den demokratischen Verfassungsstaat zu beseitigen oder zumindest zu beeinträchtigen. Sie versuchen zunächst, einen bestimmenden Einfluss auf den kulturellen Bereich zu erlangen, um letztlich den demokratischen Verfassungsstaat zu delegitimieren und das politische System grundlegend zu verändern.
  • Radikalismus (lateinisch: radix = Wurzel, Ursprung) bedeutet im sprachlichen Wortsinn eine Einstellung, die die politischen, sozialen etc. Probleme nicht an den Oberflächensymptomen behandeln, sondern an deren Ursprung (radix = lat.: Wurzel) ansetzen will. Im eigentlichen Sinn bezeichnet Radikalismus ein kompromissloses Beharren auf Grundpositionen, das sich gegenüber den Einstellungen und Werten anderer intolerant verhält und demokratische Grundwerte (insbesondere Gleichheit und Vielfalt) letztlich ablehnt, wie z. B. der Links- bzw. Rechtsradikalismus, der gewaltsame Handlungen befürwortet. (bpb)
  • Rassismus liegt immer dann vor, wenn bestimmte Merkmale von Menschen (z.B. Hautfarbe, Asylbewerber zu sein, Geschlecht usw.) mit bestimmten Eigenschaften gekoppelt werden (z.B. wenn von der Hautfarbe oder Herkunft auf die geistige, kriminelle oder sexuelle Energie o.ae. geschlossen wird) und durch diese Konstruktion eine Bewertung entsteht.
    Bei der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es einen Erklärfilm zum Begriff „Rassismus".
  • Rechtsextremismus: Neonazismus und Rechtsextremismus werden im heutigen Sprachgebrauch gleichermaßen verwendet. Beide Begriffe stehen für eine Ideologie und Aktivitäten, die von einer „rassisch” bedingten sozialen Ungleichheit der Menschen ausgehen und „homogene“ Gesellschaften verlangen. Dieses geschlossene Weltbild besteht aus Einstellungen wie Antisemitismus, Nationalismus und der Verherrlichung bzw. Verharmlosung des Nationalsozialismus. Nach einer Definition des Politikwissenschaftlers Hans Gerd-Jaschke wird dabei das Gleichheitsgebot der Menschenrechte abgelehnt, der Wertepluralismus einer liberalen Demokratie verneint und versucht, Demokratisierungsprozesse rückgängig zu machen. Sämtliche dieser menschenfeindlichen Einstellungen sind kein Phänomen an einem vermeintlichen „Rand“ der Gesellschaft, sondern weit verbreitet – bei alten wie jungen Menschen, deutschen und nicht-deutschen Staatsangehörigen, Personen mit hohem und niedrigem Einkommen. Sie bereits im Vorfeld von Gewalt und Diskriminierung kritisch zu hinterfragen, ist entscheidend.
  • Skinheads: Die Skinhead-Szene ist eine eigenständige jugendliche Subkultur, die ursprünglich nicht politisiert war und auch heute nicht ausschließlich rechtsextrem orientiert ist. Entstanden in den 1960er-Jahren in London als Gegenbewegung zu den Mods (kultivierte, etablierte Mittelschicht), fokussiert auf Bier, Fußball und laute Musik.
    Heute existiert die Skinhead-Szene in Deutschland in unterschiedlichen Strömungen; aus ihr kommen große Teile des rechtsextremen Personenspektrums. Viele haben kein gefestigtes rechtsextremes Weltbild. Jugendliche können aber über die Zugehörigkeit zur rechtsextremen Skinhead-Subkultur Zugang zu einer nationalistischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Gedankenwelt finden.