Ein Blick auf Heilbronn – Regionalstudie

Bericht

Broschüre zu extrem rechten Strukturen in der Region Heilbronn erschienen

Der zweite NSU-Untersuchungsausschuss des baden-württembergischen Landtags kommt in seinem Abschlussbericht zur Erkenntnis, dass es in Heilbronn „von 1990 bis 2011 eine durchgehende, überregional gut vernetzte, aktive rechtsextremistische Szene gegeben hat (und weiterhin gibt)“.

Die Fachstelle mobirex und das Demokratiezentrum Baden-Württemberg haben nun eine Broschüre veröffentlicht, in der das extrem rechte Spektrum, aber auch das demokratische Gegenengagement dargestellt werden.

 

Im ersten Teil beleuchtet der Autor Sven Ullenbruch Strukturen und Aktivitäten der extrem rechten Szene(n). So sorgte etwa vor zehn Jahren das Neonazi-Spektrum mit einer Großdemonstration in Heilbronn mit rund 750 TeilnehmerInnen für Aufsehen. Auch sonst zeigte sich diese Szene aktiv in der Region, zog sich aber in den letzten Jahren zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück. Das Geschehen rechtsaußen wird inzwischen stärker von AkteurInnen geprägt, die sich nicht offen auf den historischen Nationalsozialismus beziehen, dennoch aber mit extrem rechten Inhalten auffallen. Zudem ist eine zunehmende Verlagerung der Aktivitäten ins Internet festzustellen. Ein Seitenblick wird ferner auf extrem rechte Aktivitäten in den Regionen Hohenlohe und Main-Tauber geworfen.

 

Zehn Jahre nach der Selbstenttarnung des rechtsterroristischen NSU-Netzwerks widmet der Autor ein Kapitel der Aufarbeitung des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter und den Mordanschlag auf ihren Kollegen Martin Arnold im Jahr 2007. Darin breitet er den aktuellen Stand der Ermittlungen aus, nimmt die Verbindungen zur Region Heilbronn unter die Lupe und unterzieht einige Mythen einer kritischen Betrachtung.

 

Im zweiten Teil wird das vielfältige Engagement in der Region für Demokratie und Menschenrechte vorgestellt. Neben zwei Heilbronner Bündnissen, die ihre Aktivitäten vorstellen, werden auch die zahlreichen Möglichkeiten im schulischen Bereich abgebildet. Seit Anfang 2021 steht hierfür auch das Regionale Demokratiezentrum Heilbronn als Ansprechpartnerin mit seinen Angeboten zur Verfügung. Darauf, wie auch auf den bundesweit etablierten Ansatz der Mobilen Beratung, gehen weitere Beiträge ein. Abgerundet wird die Broschüre mit einem Verzeichnis von lokalen und überregionalen Anlaufstellen für politische Bildung, Vielfaltsgestaltung und demokratisches Engagement.

 

Die Broschüre kann bei der Fachstelle mobirex unter mobirex@lago-bw.de kostenfrei bestellt werden oder hier zum downloaden.

 

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