Fachtag zur Radikalisierungsprävention

Bericht

„Demokratie gemeinsam leben! Junge Muslime in der Präventions- und Dialogarbeit“ war der Titel des Fachtags, bei dem fast 70 pädagogische Fachkräfte, Vertreterinnen und Vertreter islamischer Verbände und Moscheevereine, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ehrenamtlich Engagierte und Interessierte zusammenkamen, um über die Themen Präventions- und Dialogarbeit zu diskutieren und neue Ansätze zu entwickeln. Wie kann erfolgreiche Präventionsarbeit aussehen? Welche Ansätze existieren bereits in Baden-Württemberg und welche Rolle kann die muslimische Community in diesem Zusammenhang spielen?

Der Fachtag „Demokratie gemeinsam leben! Junge Muslime in der Präventions- und Dialogarbeit“ wurde vom Demokratiezentrum Baden-Württemberg in Kooperation mit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Fach- und Beratungsstelle InsideOut veranstaltet.

„Das religiöse Wissen, die religions- und sozialpädagogische Erfahrung und deren gesellschaftliches Gewicht machen islamische Akteure zu einem bedeutenden Protagonisten in der Präventionsarbeit gegen religiös begründete Radikalisierung“, stellte Günter Bressau, Landeskoordinator des Demokratiezentrums Baden-Württemberg, zu Beginn des Fachtages fest. Eine wichtige Erkenntnis, die die Ausrichtung des Fachtags unterstreicht: Nicht nur Präventions-, sondern auch Dialogarbeit müssen essenzieller Bestandteil einer gemeinsamen Zielsetzung in der Bekämpfung von religiöser Radikalisierung sein.

  

Mathieu Coquelin und Jens Ostwaldt von den Fachstellen Extremismusdistanzierung (FEX) und PREvent!on (Fachstelle zur Prävention von religiös begründetem Extremismus) des Demokratiezentrums Baden-Württemberg führten mit einem Impulsvortrag fachlich in das Thema ein und stellten Radikalisierungsmodelle sowie Präventionsansätze vor. Sie gewährten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in das religiös-ideologische Konzept des Neosalafismus, der für die Präventionsarbeit in Deutschland die größte Herausforderung darstellt. „Man liest so viel über Salafisten und die Bedrohung durch sie. Es ist deshalb umso wichtiger auch die theologischen Hintergründe dieses Phänomens zu verstehen, um Stigmatisierungen zu vermeiden.“ (Statement einer Teilnehmerin)

Die Teilnehmenden hatten in zwei Workshop-Phasen die Möglichkeit, Präventionsangebote in Baden- Württemberg kennenzulernen, neue Ansätze zu diskutieren und eigene Ideen weiterzuentwickeln. Referenten der Workshops waren im Einzelnen Dr. Hussein Hamdan (Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart), Mathieu Coquelin (FEX – Demokratiezentrum Baden-Württemberg), Jane Mbeba (Inside Out) und Jens Ostwaldt (PREvent!on – Demokratiezentrum Baden-Württemberg).

Wie wichtig die Rolle der islamischen Vereine und Verbände in der Präventionsarbeit ist, wurde immer wieder herausgearbeitet. Diese Präventionsarbeit braucht zusätzlich einen starken Partner an ihrer Seite – die Dialogarbeit zwischen allen Kooperationspartnern der Jugendarbeit. Ein Grundsatz, den die Fachstellen PREvent!on und FEX des Demokratiezentrums Baden-Württemberg gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern verfolgen.

 

Von kvO; Foto: Marc Doradzillo

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