Integration zwischen Selbstaufgabe und Abschottung

Bericht

Unter diesem Titel stand das diesjährige 4. Forum Albbündnis, zu dem Fachkräfte und Interessierte nach Tübingen ins Landratsamt eingeladen waren. Professor Wertheimer referierte über seine Positionen zum Thema.

Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten direkt mit Flüchtlingen zusammen und verfolgten mit Spannung den Ausführungen von Prof. Wertheimer sowie den Beiträgen in den anschließenden Workshops.

Landrat Walter eröffnete den Fachtag und hob hervor, wie wichtig ihm das Thema Integration ist. Er freute sich außerdem, dass Flüchtlinge selbst zu Wort kommen sollten.
Zuvor verdeutlichte Cord Dette die Position des Albbündnisses:
„Wir vom Albbündnis haben eine gemeinsamen Fixpunkt, der auch in unserer Selbstbeschreibung in unserem Namen eine tragende Rolle spielt: Gemeint sind die allgemeinen Menschenrechte. Im Artikel 1 der allgemeinen Menschenrechte heißt es: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen. Diesem Gedanken sieht sich das Albbündnis verpflichtet.

Und so verstehen wir auch Integration. Wir alle müssen uns und unsere Gesellschaft erneuern. Wir müssen unsere Haltung, unsere Einstellung, unsere Verhaltensmuster überdenken, anpassen und ggf. ergänzen, um einem vielfältigen Miteinander Platz zu machen. Das bedeutet aber mit Sicherheit keine Selbstaufgabe, sondern Akzeptanz und gegenseitigen Respekt. Und genauso wenig kann Abschottung und Verweigerung Integration ermöglichen. Die allgemeinen Menschenrechte sowie unser Grundgesetz mögen uns dabei als Wegweiser und unser demokratischer Rechtsstaat als Basis dieses anstehenden Aushandlungsprozesses dienen.“

 

Professor Wertheimer, Tübingen, führte aus, dass der Begriff Integration für vieles herhalten muss, was nicht seinem eigentlichen Sinn entspricht, denn Integration ist ein langwieriger Prozess, der nicht in einer vorgegebenen, kurzen Zeitspanne erzwungen werden kann. Die zu uns kommenden Menschen bringen ihre Erfahrungen, ihre Geschichte und Traditionen mit, die sie geprägt haben und ausmachen, über die sie sich identifizieren. Integration erfordert von allen Beteiligten Bewegung, Akzeptanz und Verschiedenheit auszhalten zu können.

Eindrücke im Bild:

    

 

 

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