Neun junge Menschen halten sich aneinander und sind von hinten fotografiert
 

Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen zum siebten Newsletter des Demokratiezentrums Baden-Württemberg!

Wir präsentieren Ihnen neue Publikationen, Veranstaltungen und Projekte rund um Demokratieförderung, Vielfalt und die Prävention von Extremismus.

Mehr über das Demokratiezentrum erfahren Sie auf unserer Website.

Teilen Sie uns gern Ihre Ideen, Kommentare und Anregungen mit – schreiben Sie an info@demokratiezentrum-bw.de.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und einen angenehmen Sommer!

Ihre Landeskoordinierungsstelle des Demokratiezentrums Baden-Württemberg

 

 

NEUES AUS DEM DEMOKRATIEZENTRUM

Programm für die Landesdemokratiekonferenz steht  

Das Programm der Landesdemokratiekonferenz am Mittwoch, 22. Oktober 2025, in Stuttgart steht fest! Möchten Sie teilnehmen, haben aber kein Save-the-Date erhalten? Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an info@demokratiezentrum-bw.de. Wir nehmen Sie gerne in unseren Verteiler auf.

Immer mehr Menschen informieren sich im Internet. Doch was bedeutet das für Demokratie und sozialen Zusammenhalt? Wie beeinflussen Fake News, Hassrede, Filterblasen und Echokammern die Meinungsbildung? Diskutieren Sie auf der Landesdemokratiekonferenz mit uns, wie wir in einer veränderten Medienlandschaft Demokratie und Vielfalt stärken und Extremismus entgegenwirken können.

Unsere Gäste:

Prof. Dr. Frank Brettschneider ist Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim. Unter seiner Leitung führt das Meinungsforschungsinstitut forsa jährlich eine repräsentative Umfrage zum Demokratie-Verständnis der Bevölkerung in Deutschland und in Baden-Württemberg durch. Auf der Landesdemokratiekonferenz stehen die aktuellen Ergebnisse des „Demokratie Monitoring 2025 Baden-Württemberg“, Zusammenhänge zur Mediennutzung und die Konsequenzen für die Demokratieförderung im Mittelpunkt seiner Keynote.

Giulia Fioriti ist eine der Gründerinnen der politischen Social-Media-Beratung mecoa Mediencoaching. Seit 2019 hat die parteiunabhängige Agentur aus Baden-Württemberg mehr als 500 Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf allen politischen Ebenen begleitet. Ihr Ziel: die Demokratie stärken, Vorurteile abbauen und Missverständnisse klären. Auf der Landesdemokratiekonferenz erläutert Giulia Fioriti, warum soziale Medien für die Demokratie wichtig sind und gibt praktische Tipps für überzeugende und reichweitenstarke Inhalte.

Timo Büchner studierte Politische Wissenschaften und Jüdische Studien in Heidelberg. Er recherchiert seit Jahren zur extremen Rechten und zum Reichsbürger-Milieu in Baden-Württemberg. Seine Recherchen veröffentlicht er in zahlreichen Medien. Zuletzt erschien sein Buch „Reichsbürger im Südwesten. Die Akte Ingo K. aus Bobstadt“ (2024). Auf der Landesdemokratiekonferenz spricht er über die Identitären in Baden-Württemberg und deren Kommunikation in den sozialen Medien.

Jakob Grasser und Dr. Tim Schumacher sind Mobile Berater der Fachstelle mobirex im Demokratiezentrum Baden-Württemberg. Sie beraten und begleiten alle, die aktiv gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus und Verschwörungserzählungen vorgehen und die demokratische Alltagskultur nachhaltig stärken wollen. Die Fachstelle mobirex ist landesweit tätig: In jedem Regierungsbezirk gibt es ein Mobiles Beratungsteam, ergänzt durch eine zentrale Monitoring- und Informationsstelle. In einem Workshop erläutern die Referenten die Arbeit von mobirex und der Mobilen Beratung.

Julia Rauth vom Innovationsprojekt Digital Streetwork Stuttgart in Trägerschaft der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft stellt den interaktiven Workshop „Einsamkeit, Social Media und die Gefahr der Radikalisierung“ vor. Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube prägen den Alltag Jugendlicher. Doch statt Verbindung erleben viele dort Einsamkeit, Druck und Ausgrenzung. Wer sich online verloren fühlt, gerät leichter in extremistische Filterblasen. Der Vortrag zeigt, wie Social Media zur Radikalisierungsfalle werden kann – und was Prävention leisten muss.

Selbstverständlich haben wir für das Kennenlernen und den Austausch auch in diesem Jahr ausreichend Zeit eingeplant. Unser Speed-Dating sorgt dafür, dass Sie mit vielen Menschen ins Gespräch kommen.

 

 

DEMOKRATIEZENTRUM VOR ORT 

FEX feiert Jubiläum

Seit 2015 unterstützt die Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) im Demokratiezentrum pädagogische Fachkräfte und zivilgesellschaftliche Träger im Umgang mit Radikalisierungsprozessen. Am 15. Oktober von 19 bis 21 Uhr feiert FEX das Jubiläum im Stuttgarter Haus der Wirtschaft mit einem abwechslungsreichen Programm. Mehr Informationen zum Programm finden Sie hier.

Hassrede in Communitys

Wie begegnen Unternehmen Hassrede, Desinformation und demokratiefeindlichen Tendenzen in ihren Communitys? Steven Urry, Gründer der Agentur ALONDRA Social, spricht am 22. Oktober von 12.30 bis 14.00 Uhr in einer Online-Veranstaltung der Fachstelle FEX über die Rolle eines professionellen Community Managements. Die Anmeldung ist hier möglich.

Türkischer Rechtextremismus in Deutschland

Dr. Ismail Küpeli spricht am 29. Oktober von 12.30 bis 14.00 Uhr in einer Onlineveranstaltung der Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) über den türkischen Rechtsextremismus in Deutschland. Er schildert die Geschichte, Ideologie, Akteure und Netzwerke der türkischen extremen Rechten hierzulande.

Mehr Informationen sind hier zu finden.

Workshop von Konex und FEX

„Demokratie stärken und Menschenrechte vermitteln für Jugendliche und junge Erwachsene im Strafkontext“ – so lautet der Titel eines zweitägigen Workshops, den das Kompetenzzentrum gegen Extremismus Baden-Württemberg (Konex) und die Fachstelle für Extremismusdistanzierung (FEX) am 25.10.2025 und 08.11.2025 in Mannheim veranstalten. Der Workshop soll junge Menschen für Demokratie sensibilisieren, ihre Empathie fördern und sie zu kritischer Selbstreflexion anregen. Für weitere Information: Telefon: 0711 279-4555.

Fußball als Lernort

„Ronaldo mag keine Juden. Fußball als demokratiestärkender Lernort für Jugendliche und junge Erwachsene in der postnationalsozialistischen Gesellschaft der Vielen“ ist das Thema eines Online-Vortrags von David Berchem am 27. November, 12.30 bis 14.00 Uhr, bei der Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX).

Anmeldung und weitere Informationen sind hier zu finden.

 

 

 

NEWS

Ausschreibung „Wir sind dabei! – Wertstätten der Demokratie“

Das Programm „Wir sind dabei! – Wertstätten der Demokratie“ startet in eine neue Förderperiode. Ab sofort können Projekte eingereicht werden.

Der Landesjugendring unterstützt mit diesem Programm Jugendgruppen und Träger der Jugendarbeit, die sich kreativ und konstruktiv mit demokratischen Werten beschäftigen. Gefördert werden Kunst- und Theaterprojekte, Festivals, die Entwicklung eines Werteleitbildes oder klassische Formate der politischen Bildung.

Bewerbungen für eine finanzielle Förderung sind bis zum 20. Oktober 2025 möglich:

  • Bis zu 25.000 Euro für Gemeinschaftsprojekte mit mindestens drei Jugendgruppen und einer Laufzeit von mindestens zwölf Monaten.
  • Bis zu 5.000 Euro für Einzelprojekte mit einer Jugendgruppe und einer Laufzeit von mindestens sechs Monaten.

Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung bietet die Programmfachstelle fachliche Begleitung, praxisnahe Qualifizierungen, einen strukturierten Austausch und gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Organisationen im Programm.

Weitere Informationen, Videos, FAQs und Bewerbungsunterlagen finden Sie hier. Für Fragen oder Beratung steht Daniela Bold von der Programmfachstelle zur Verfügung: bold@ljrbw.de oder 0711 16447 11.

 

 

ÜBER DEN TELLERRAND

„Connect für REspect!“

Hass im Netz und Desinformation – was tun? Wie lassen sich junge Menschen dafür sensibilisieren? Welche Werkzeuge, Methoden und Ansätze bewähren sich in der Praxis, etwa mit Blick auf die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Praxistreffens „Connect für REspect!“ am 6. Oktober in Stuttgart. Eingeladen sind pädagogische Fachkräfte, Schulsozialarbeiter, Jugendbildner, Akteure aus Partnerschaften für Demokratie, Netzwerker – und alle, die junge Menschen im digitalen Raum stärken möchten. Die Anmeldung und weitere Informationen sind hier zu finden.

 

 

 

ZUM SEHEN, ZUM LESEN, ZUM HÖREN

SWR-Doku „Plötzlich Hassobjekt“

Hass im Netz ist für viele Alltag – besonders für Menschen in der Öffentlichkeit. Doch längst kann jede und jeder zur Zielscheibe werden. Beleidigungen, Morddrohungen, das Veröffentlichen privater Daten: Online-Hass trifft die Betroffenen mit realen Folgen. Das SWR-Investigativformat „Vollbild“ hat die Drahtzieher mehrerer rechter Shitstorms aufgespürt. Zu finden in der ARD-Mediathek.

ARD-Doku „Im Visier der Grauen Wölfe“

Mit schätzungsweise mehr als 12.000 Mitgliedern zählt die türkisch-ultranationalistische Ülkücü-Bewegung zu den größten extremistischen Gruppen in Deutschland. Die ARD-Doku „Im Visier der Grauen Wölfe“ von Yağmur Ekim Çay und Annkathrin Weis enthüllt mit Insiderberichten und verdeckten Recherchen, wie weit das demokratiefeindliche Netzwerk reicht. Sie zeigt, wie die Bewegung Jugendliche und türkeistämmige Communitys mit rassistischen, antisemitischen und panturkistischen Botschaften beeinflusst. Die Doku kann in der ARD-Mediathek abgerufen werden.

Arte: World White Hate

Rechtsextreme Netzwerke werden weltweit zu einer wachsenden Gefahr. Die dreiteilige Arte- und SWR-Dokumentation „World White Hate“ beleuchtet die Hintergründe. Autor Dirk Laabs zeigt, wie junge Neonazis sich online radikalisieren und von Christchurch über Hanau bis Buffalo Anschläge verüben, bei denen sie zahlreiche Menschen töten. Zu finden in der ARTE-Mediathek. 

Demokratiebildung und Rechtspopulismus

Die neueste Ausgabe der Zeitschrift „Die Deutsche Schule“ beleuchtet den Zusammenhang zwischen Demokratiebildung und Rechtspopulismus. Herausgegeben wird sie von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im DGB. Besonders nützlich: ein Überblick über Projekte und Programme, die Schulen bei der Förderung von Demokratie unterstützen. Hier finden Sie den freien Download.

 

 

VIER FRAGEN AN …

… die Beratungsstelle LEUCHTLINIE

In unserer Rubrik „Vier Fragen an …“ stellen Träger und Partner des Demokratiezentrums Baden-Württemberg ihre Arbeit vor. In dieser Ausgabe: LEUCHTLINIE, die Fach- und Beratungsstelle für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Baden-Württemberg.

DZBW: Wie können sich Menschen, die Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt geworden sind, an LEUCHTLINIE wenden? Und welche Schritte folgen dann?

LEUCHTLINIE: Menschen, die selbst von rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt betroffen sind, Angehörige von Betroffenen, Zeugen und Zeuginnen von solchen Taten können uns über verschiedene Wege erreichen: telefonisch, per Mail oder über unsere Website.

Wir melden uns zeitnah zurück und klären in einem ersten Gespräch, was die Menschen, die sich an uns gewendet haben, benötigen. Bei Unterstützungsbedarf vereinbaren wir zeitnah einen Termin für ein Erstgespräch, bei dem wir dann mit den Ratsuchenden gemeinsam schauen, was sie brauchen und sich wünschen und vereinbaren, wie wir sie dabei unterstützen können. Da die Bedarfe in der Folge solcher Taten sehr unterschiedlich sind, ist es wichtig, schon einmal im Erstgespräch zu schauen, was die Themen sind, die gerade für die Ratsuchenden wichtig sind.

DZBW: Welche Arten von Unterstützung und Beratung bietet LEUCHTLINIE Betroffenen?

LEUCHTLINIE: Die Unterstützung richtet sich immer nach den Bedarfen der Betroffenen. Wir bieten psychosoziale Beratung an, unterstützen und begleiten Betroffene aber zum Beispiel auch bei der Suche nach psychologischer Unterstützung, geeigneten Anwältinnen und Anwälten, bei der Erstattung einer Anzeige bei der Polizei, begleiten auch zu Gerichtsterminen, fördern weitere Unterstützungs- und Solidaritätsstrukturen und helfen Betroffenen auch beim Umgang mit den finanziellen Folgen eines Angriffs, zum Beispiel durch das Stellen von Anträgen.

 

DZBW: Wer sucht bei LEUCHTLINIE Hilfe?

LEUCHTLINIE: Die allermeisten Menschen, die sich an uns wenden, sind selbst von rechter Gewalt betroffen, aber auch Angehörige von Betroffenen wenden sich an uns. Die Mehrheit der Fälle, die uns in der Beratung erreichen, betreffen rassistisch motivierte Gewalt. In den letzten Jahren haben sich aber auch vermehrt Menschen an uns gewendet, die von queerfeindlicher Gewalt betroffen sind. Wir sind aber auch für alle Betroffenen anderer Formen rechter Gewalt ansprechbar: Antisemitismus, Antiziganismus, verschiedene Formen von Sozialdarwinismus (z.B. gegen obdachlose Menschen oder Menschen mit Behinderung), Menschen, die aufgrund ihres Engagements oder ihrer Arbeit angefeindet werden (z.B. Ehrenamtliche, die sich für geflüchtete Menschen engagieren, Politikerinnen und Politiker, Journalistinnen und Journalisten…).

DZBW: Wie beschreiben Sie die aktuelle Situation hinsichtlich rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in unserem Land? Gibt es bestimmte Trends oder Entwicklungen, die Sie besonders besorgniserregend finden?

LEUCHTLINIE: Wir registrieren in den vergangenen Jahren eine steigende Anzahl rechter Vorfälle, wobei auch weiterhin von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Besonders aufgefallen ist uns, dass das Thema Rechte Gewalt auch an Schulen angekommen ist, dass Betroffene in ihrem Bildungsumfeld damit konfrontiert werden, häufig von gleichaltrigen Täterinnen und Tätern. Dies ist auch mit Blick darauf besorgniserregend, dass junge Menschen auch in Bildungsinstitutionen nicht davor geschützt sind, was sich neben den sowieso schon schweren Folgen einer solchen Gewalttat auch noch zusätzlich negativ auf den Bildungserfolg von Betroffenen und damit auf den weiteren Lebensweg von Betroffenen auswirken kann. Auch erleben wir auf unterschiedlichen Ebenen der Gesellschaft immer wieder eine Relativierung rechter Gewalt bzw. den Unwillen, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Für Betroffene ist dies besonders schwierig, hier findet unter Umständen eine sekundäre Traumatisierung statt. Wir sind als Gesellschaft in der Verantwortung, die Betroffenen mit dieser schwerwiegenden Erfahrung nicht alleine zu lassen, sondern Verantwortung zu übernehmen.

Kontakt:

Fach- und Beratungsstelle LEUCHTLINIE

Beratungshotline: 0711 888 999 33

E-Mail: kontakt@leuchtlinie.de

Meldungen über das Kontaktformular auf der Website.