Ideenwettbewerb „Geschlechtergerechte Digitalisierung“
Das Sozialministerium sucht innovative Ideen, die die ungleiche Teilhabe von Frauen und Männern an der Digitalisierung adressieren. Für die Umsetzung ausgewählter Projekte stehen bis zu 50.000 Euro pro Idee bereit. Bewerbungen können bis zum 6. September 2026 eingereicht werden.
Die gesuchten Ideen sollen eines der folgenden Themenfelder aufgreifen:
• Chancen der Digitalisierung für Gleichstellung nutzen
• Negative Folgen von KI und Digitalisierung begrenzen
• Digitale Teilhabe und Selbstbestimmung stärken
• Vielfältiges und sicheres Miteinander im digitalen Raum fördern
Bewerben können sich Kommunen, Hochschulen, freie und kirchliche Träger, Vereine sowie (Sozial–)Unternehmen mit Sitz oder Einrichtung in Baden–Württemberg.
Weitere Informationen und den Bewerbungsbogen finden Sie hier.
Rassistische Gewalt auf „alarmierend hohen Niveau“
Der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) registrierte im vergangenen Jahr 3.176 rechts, rassistisch und antisemitisch motivierte Angriffe. Damit wird zwar der Höchstwert aus dem Jahr 2024 unterschritten, als rund 3.450 Fälle gezählt wurden, doch die Zahl liegt deutlich höher als in den Jahren zuvor.
Rassismus bleibt mit 1.729 dokumentierten Taten das häufigste Tatmotiv und macht mehr als die Hälfte aller registrierten Angriffe aus. Zwei Menschen wurden infolge rechter Gewalt getötet. Zudem erfassten die Beratungsstellen 325 queerfeindliche und 180 antisemitische Gewalttaten.
Körperverletzungen bilden mit 1.800 Fällen erneut die größte Deliktgruppe. Hinzu kommen 1.166 Bedrohungen und Nötigungen sowie 20 versuchte Tötungsdelikte beziehungsweise schwere Körperverletzungen.
Der VBRG dokumentierte 2025 insgesamt 663 Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner sowie zivilgesellschaftlich Engagierte. Das entspricht einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betroffen waren unter anderem Ehrenamtliche, Vereine, Jugendzentren, alternative Wohnprojekte und Parteibüros.
Die Zahlen basieren auf dem Monitoring der unabhängigen Fachberatungsstellen des VBRG in 13 Bundesländern. Sie sind deutlich höher als die Zahlen der offiziellen Polizeistatistik; dort ist für das Vorjahr nur von rund 1.300 rechtsextremen Gewaltdelikten die Rede.
Der VBRG begründet den Unterschied damit, dass die Ermittlungsbehörden bei der Zuordnung eines rechtsextremen Tatmotivs relativ zurückhaltend seien. Zudem würden viele Fälle gar nicht erst zur Anzeige gebracht.
Wie wird Rechtsextremismus definiert?
Rechtsextremismus zeigt sich komplex und wandlungsfähig. Der Rechtsextremismusforscher Felix Schilk beleuchtet in einem Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung die Schwierigkeiten, ihn zu definieren, und erklärt gängige Ansätze.
JIM-plus-Studie: Digitale Achterbahn
Fast die Hälfte der 14- bis 17-Jährigen würde lieber in einer Zeit ohne Social Media aufwachsen. Dennoch verbringen Jugendliche ihre Freizeit am liebsten in sozialen Netzwerken. Dies zeigt die JIM-plus-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, die das digitale Wohlbefinden von 14- bis 17-Jährigen in Deutschland beleuchtet.
Laut Studie nutzen Jugendliche regelmäßig YouTube, Instagram, TikTok, Snapchat und Pinterest. Auffällig ist, dass 13 Prozent der Jugendlichen TikTok täglich drei Stunden oder länger verwenden. Die meisten beginnen zwischen 12 und 13 Jahren mit einer bestimmten Plattform. Interessant: Viele raten anderen, später einzusteigen, als sie es selbst taten.
Über Social Media stoßen Jugendliche auf problematische Inhalte. Am häufigsten begegnen sie Fake News (71 Prozent). Mit Abstand folgen extreme politische oder religiöse Inhalte (43 Prozent) und Hate Speech (40 Prozent). Besonders belastend empfinden sie ungewollte Nacktbilder, Mobbing, die Verharmlosung von Essstörungen, drastische Gewaltinhalte sowie Aufrufe zu selbstverletzendem Verhalten.
Integrationsbarometer: Das Vertrauen schwindet
Das Vertrauen in zentrale politische Institutionen Deutschlands ist zwischen 2022 und 2024 stark gesunken. Das zeigt eine Analyse der Daten des SVR-Integrationsbarometers. Besonders Menschen ohne Migrationshintergrund verloren Vertrauen: 2022 vertrauten noch rund zwei Drittel der Bundesregierung und dem Bundestag, 2024 waren es nur noch 44 bzw. 53 Prozent. Menschen mit Migrationshintergrund zeigen beiden Institutionen zwar weiterhin etwas mehr Vertrauen, doch auch hier sanken die Werte – bei der Bundesregierung von 72 auf 60 Prozent, beim Bundestag von 70 auf 61 Prozent.
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass geringes politisches Vertrauen die Anfälligkeit für populistische Positionen erhöhen kann“, sagt Dr. Fabian Gülzau, Autor des Policy Briefs „Sinkendes Vertrauen als Demokratierisiko? Politisches Vertrauen und Partizipation in der Einwanderungsgesellschaft“.
Da das Vertrauen in politische Institutionen bei Menschen mit und ohne Migrationshintergrund abnimmt, empfiehlt der Policy Brief Maßnahmen, die alle Bevölkerungsgruppen ansprechen. Dazu zählen der Ausbau politischer Bildung und niedrigschwellige Beteiligungsangebote. Außerdem fordert der Bericht die politischen Parteien auf, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zurückzugewinnen. Mehr Präsenz vor Ort, neue Beteiligungsformate jenseits der Parteimitgliedschaft und eine transparente Kommunikation könnten helfen, die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung zu verringern.