Neun junge Menschen halten sich aneinander und sind von hinten fotografiert

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen zum Newsletter des Demokratiezentrums Baden-Württemberg. Auch in den Sommerferien halten wir Sie auf dem Laufenden: mit Neuigkeiten zur Demokratieförderung, Tipps zur Extremismusprävention, Hinweisen auf lesenswerte Publikationen, spannenden Veranstaltungen und weiteren Empfehlungen aus unseren Themenbereichen. Wir hoffen, dass unsere Beiträge und Angebote Ihre Arbeit bereichern.

Wer sich täglich mit Hass und Hetze auseinandersetzt, zweifelt manchmal daran – doch es gibt sie, die guten Nachrichten. Sie gehen oft unter, weil weniger über sie geschrieben wird. Das ändern wir ab dieser Ausgabe mit der neuen Rubrik „Die gute Nachricht“.

Was Sie in dieser Ausgabe unter anderem erwartet:

  • Verfassungsschutz: 20.000 Extremisten in Baden-Württemberg
  • Islamismus I: Frauenhass trifft Salafismus
  • Islamismus II: Zahlen, Fakten, Strömungen
  • Islamismus III: Fünf Millionen Euro für Deradikalisierung
  • Umfrage: Nur 17 Prozent vertrauen dem Staat
  • Die gute Nachricht

Falls Sie neu dabei sind: Mehr über unsere Arbeit finden Sie auf unserer Website www.demokratiezentrum-bw.de. Die erschienenen Newsletter stehen dort im Archiv. Aktuelle Informationen erhalten Sie auch über unsere Social-Media-Accounts. Sie finden uns auf Facebook, Instagram und neuerdings auch auf dem dezentralen Netzwerk Mastodon!

Eine anregende Lektüre und schöne Sommertage wünscht Ihnen

Ihre Landeskoordinierungsstelle des Demokratiezentrums Baden-Württemberg

PS: Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie an info@demokratiezentrum-bw.de.

ARBEITSTREFFEN MIT MINISTER HILDENBRAND

Auf Einladung von Sozialminister Oliver Hildenbrand fand jüngst ein gemeinsames Arbeitstreffen der Fach- und Beratungsstellen im Demokratiezentrum Baden-Württemberg statt. Dabei betonte er: „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss jeden Tag gelebt, gestaltet, geschützt und verteidigt werden. Eine starke, mutige Zivilgesellschaft ist deshalb wichtiger denn je.“ Der Minister dankte den Akteurinnen und Akteuren für ihr beherztes Engagement – für ein gewaltfreies und respektvolles Miteinander, gegen jede Form von Demokratie- und Menschenfeindlichkeit.“

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand der Tätigkeitsbericht 2025 und der Austausch über die aktuelle Arbeit zur Förderung von Demokratie, Zivilgesellschaft und Vielfalt in Baden-Württemberg.

VERFASSUNGSSCHUTZ: 20.000 EXTREMISTEN IN BADEN-WÜRTTEMBERG

Mehr als 20.000 Extremisten gefährden laut Innenminister Manuel Hagel (CDU) die Demokratie in Baden-Württemberg. Davon seien 1680 gewaltbereit. Besonders junge Menschen sind laut Verfassungsschutzbericht anfällig für extremistische Kampagnen.

Die rechtsextremistische Szene erreichte 2025 mit 3.790 Personen einen neuen Höchststand. 2024 waren es noch 3.140. Von ihnen gelten 800 als gewaltbereit. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass jedes fünfte der 8.600 Mitglieder des AfD-Landesverbands rechtsextremistisch ist. Besonders aktiv zeigte sich die neonazistische Partei „Der III. Weg“ mit ihrer Jugendorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“, die Propagandamaterial unter anderem an Schulen im Rems-Murr-Kreis verteilte. Die rechtsextrem motivierten Gewalttaten nahmen deutlich zu: von 54 Fällen im Jahr 2024 auf 97 in 2025.

Auch das Milieu der sogenannten Reichsbürger und Selbstverwalter wuchs weiter. Der Verfassungsschutz zählt inzwischen rund 4.400 Personen in Baden-Württemberg. Von ihnen gelten etwa zehn Prozent als gewaltorientiert.

Die linksextreme Szene blieb mit 2.730 Personen fast auf dem Niveau von 2024 (2.700 Personen). Als gewaltbereit stuft der Verfassungsschutz 880 Personen ein. Die Zahl linksextremistisch motivierter Gewalttaten hat sich laut Bericht auf 49 erhöht. Linksextremistische Gruppen fielen durch Sabotage- und Störaktionen auf, darunter der Brandanschlag auf ein Tesla-Auslieferungszentrum in Holzgerlingen.

Im Bereich des islamistischen Extremismus beobachtet der Verfassungsschutz eine zunehmende Radikalisierung Minderjähriger. Soziale Netzwerke wie Instagram und TikTok spielten eine zentrale Rolle bei der Verbreitung islamistischer Propaganda. Beiträge, die oft mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Bildbearbeitung erstellt wurden, erzielten hohe Reichweiten. Der Verfassungsschutz rechnet der salafistischen Szene in Baden-Württemberg etwa 1.350 Personen zu.

Der Nahostkonflikt beeinflusst weiterhin die Sicherheitslage. Extremistische Gruppen nutzen Demonstrationen zum Krieg in Gaza, um israelfeindliche und antisemitische Botschaften zu verbreiten. Aufmerksamkeit erregte der Angriff auf das israelische Rüstungsunternehmen Elbit Systems in Ulm im September 2025. Seit April stehen fünf mutmaßliche Mitglieder des internationalen Netzwerks Palestine Action vor dem Landgericht Stuttgart.

Den Verfassungsschutzbericht 2025 zum Download finden Sie hier

ISLAMISMUS I: FRAUENHASS TRIFFT SALAFISMUS

Eine neue Form der Radikalisierung im Netz beunruhigt die Sicherheitsbehörden: Dabei handelt es sich um junge Erwachsene, die sich der Mincel-Bewegung anschließen. Der Begriff „Mincel“ kombiniert „Muslim“ und „Incel“. „Incel“ beschreibt eine US-amerikanische Subkultur heterosexueller Männer, die unfreiwillig sexuell enthaltsam leben.

Verfassungsschützer ordnen die „Incel“-Subkultur primär dem Rechtsextremismus zu.  Frauenfeindlichkeit bilde jedoch eine Brücke, die auch im Islamismus existiere. So werde behauptet, Männer hätten ein Grundrecht auf Sex, oder Frauen besäßen übergroße Freiheiten.

Mincel-Influencer sprechen laut Verfassungsschutzbericht vor allem über „Frauen“, „Sexualität“, „Körperpflege“ und „Religion“. In einfacher Jugendsprache erklärten sie, dass richtige Pflege und islamische Frömmigkeit helfen, die bisher unerreichbare Partnerin zu finden. Damit würden zugleich islamistische Ansichten und eine frauenfeindliche Agenda verbreitet, etwa dass Frauen gehorchen müssen oder körperliche Strafen bei Ungehorsam erlaubt seien.

Im Gegensatz zu „Incels“ wollten „Mincels“ schnell heiraten, um islamkonform zu leben, so die Verfassungsschützer. Jungfräulichkeit gelte als Stärke des islamischen Glaubens und sei nicht negativ belegt.

ISLAMISMUS II: ZAHLEN, FAKTEN, STRÖMUNGEN  

Nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day rückt der Islamismus erneut in den Fokus. Der Verfassungsschutz zählt etwa 29.000 Islamisten in Deutschland; darunter mehr als 9.000, die als gewaltbereit gelten.

Der Begriff Islamismus umfasst ein breites Spektrum religiöser und politischer Strömungen – von „legalistischen Islamisten“, die Gewalt ablehnen und sich teils in Vereinen organisieren, bis zu Dschihadisten, die Anschläge verüben, um „Ungläubige“ zu töten.

Gemeinsam ist ihnen ein fundamentalistisches Religionsverständnis und das Ziel, eine Gesellschaft zu schaffen, in der islamische Regeln die politische und rechtliche Ordnung bestimmen. In einer solchen totalitären und theokratischen Ordnung wären Grundrechte und demokratische Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Minderheitenschutz, Gewaltenteilung und Gleichberechtigung der Geschlechter nicht gewährleistet. Islamismus und seine Strömungen stehen daher im klaren Widerspruch zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Lange Zeit sahen die Verfassungsschutzbehörden in Deutschland die größte Bedrohung bei Anhängern der Terrormiliz IS (Islamischer Staat). Besonders der IS-Ableger ISPK (Islamischer Staat – Provinz Khorasan) rief in den vergangenen Jahren wiederholt zu Anschlägen in Deutschland und Europa auf. Solche Aufrufe zielen vor allem auf radikalisierte Einzeltäter.

Seit 2023 warnt der Verfassungsschutz verstärkt vor der palästinensisch-islamistischen Hamas. In den vergangenen Monaten gerieten zudem proiranische schiitische Gruppierungen zunehmend ins Visier der Sicherheitsbehörden – insbesondere die noch junge Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya (HAYI). Der Verfassungsschutz rechnet die Gruppierung dem direkten Umfeld des iranischen Mullahregimes zu.

 

ISLAMISMUS III: FÜNF MILLIONEN FÜR DERADIKALISIERUNG

Als Reaktion auf den Terrorakt beim Christopher Street Day in Berlin erhalten die Länder weitere sechs Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Fünf Millionen Euro sind für den Kampf gegen den politischen und religiösen Extremismus gedacht und sollen für die Extremismusprävention, die Deradikalisierungs-, Ausstiegs- und  Distanzierungsarbeit verwendet werden. Mit einer Million Euro soll die  Demokratiebildung in Regelstrukturen weiter gestärkt werden. Die Verteilung der Mittel an die Länder erfolgt nach dem Königsteiner Schlüssel.

Deradikalisierungsprogramme zielen darauf, junge Leute mit intensiver Beratung von ihren radikalen Ansichten abzubringen. Die wissenschaftliche Begleitung zeigt, dass solche Programme erfolgreich sein können. Voraussetzung ist allerdings, dass die Betreffenden offen dafür sind. Dies war im Fall des Berliner Attentäters nicht der Fall.

UMFRAGE: NUR 17 PROZENT VERTRAUEN DEM STAAT

Das Vertrauen der Bürger in den Staat hat laut einer neuen Umfrage einen Tiefpunkt erreicht. Nur noch 17 Prozent glauben, dass der Staat seine Aufgaben bewältigen kann. In den Vorjahren waren es 23, 25 und 27 Prozent.

79 Prozent der Deutschen halten den Staat für überfordert angesichts der Vielzahl seiner Aufgaben und Probleme, so die vom Institut Forsa im Auftrag des Beamtenbunds dbb durchgeführte Umfrage. Etwas mehr Vertrauen zeigen Beamte: 36 Prozent von ihnen glauben an die Handlungsfähigkeit des Staates.

Auch die Parteipräferenz spielt eine Rolle: Anhänger der Union (38 Prozent), SPD (33 Prozent) und Grünen (26 Prozent) vertrauen dem Staat mehr. Weniger Vertrauen haben Anhänger der Linken (14 Prozent) und vor allem der AfD (2 Prozent).

Die Umfrage zum Download finden Sie hier.

GUT ZU WISSEN

Antisemitismus im auslandsbezogenen Extremismus und Terrorismus

Die dritte Kurzstudie der Zentralstelle für wissenschaftliche Analyse und Forschung im Landesamt für Verfassungsschutz untersucht den Antisemitismus im auslandsbezogenen Extremismus und Terrorismus. Sie beleuchtet den türkischen Rechts- und Linksextremismus sowie den säkularen propalästinensischen Extremismus. Die Studie zeigt, wie extremistische Akteure den Nahost-Konflikt nutzen, um israelfeindliche und teils antisemitische Botschaften zu verbreiten. Die hohe Emotionalität der Lage im Gazastreifen verstärke diesen Effekt und erleichtere die Verbreitung solcher Inhalte im öffentlichen Diskurs.

Die Kurzstudie zum Download finden Sie hier.

 


Ausschreibung „Gemeinsam engagiert in BW V“

Das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit unterstützt auch dieses Jahr mit dem Programm „Gemeinsam engagiert in BW V“ innovative Projekte von Kommunen, Einrichtungen und Vereinen. Ziel ist es, das bürgerschaftliche Engagement und Ehrenamt vor Ort zu stärken. Die Förderung soll Strukturen ausbauen, neue Impulse setzen, die Vielfalt des Engagements fördern und möglichst vielen Menschen die Teilnahme ermöglichen. Der diesjährige Förderaufruf legt den Schwerpunkt auf zwei Themen: Zugänge und Engagementmöglichkeiten für unterrepräsentierte Gruppen verbessern und gesellschaftliche Resilienz und Zusammenhalt stärken

Pro Projekt können bis zu 10.000 Euro beantragt werden. Anträge können bis zum 1. Oktober 2026 eingereicht werden.

Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.


Ausschreibung „Wir sind dabei! – Wertstätten der Demokratie“

Das Programm „Wir sind dabei! – Wertstätten der Demokratie“ startet in eine neue Förderphase. Ab sofort können Projekte eingereicht werden!

Die Baden-Württemberg Stiftung und der Landesjugendring fördern Jugendgruppen und Träger der Jugendarbeit, die sich kreativ und konstruktiv mit demokratischen Werten auseinandersetzen. Ziel ist es, Strategien gegen demokratiefeindliche Tendenzen zu entwickeln und eine demokratische Haltung zu stärken. Junge Menschen erleben Demokratie so direkt und praxisnah.

Förderanträge können bis zum 25. Oktober 2026 gestellt werden: Bis zu 25.000 Euro für Gemeinschaftsprojekte mit mindestens drei Jugendgruppen und einer Laufzeit von mindestens zwölf Monaten. Bis zu 5.000 Euro für Einzelprojekte mit einer Jugendgruppe und einer Laufzeit von mindestens sechs Monaten.

Die Programmfachstelle begleitet die Projekte fachlich, organisiert praxisnahe Qualifizierungen und fördert den Austausch zwischen den teilnehmenden Organisationen. Veranstaltungen und Netzwerktreffen ergänzen das Angebot.

Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier.

DEMOKRATIE VOR ORT

Landesdemokratiekonferenz ist ausgebucht

Vielen Dank für das überaus große Interesse an der Landesdemokratiekonferenz. Die Veranstaltung am 28. September 2026 ist bereits ausgebucht. Zurzeit können wir nur Anmeldungen für die Warteliste entgegennehmen.


Lange Nacht der Demokratie

Zum zweiten Mal feiert Baden-Württemberg die „Lange Nacht der Demokratie“. Am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit, dem 2. Oktober 2026, ruft ein breites Bündnis Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich für Demokratiebildung und -stärkung zu engagieren. In vielen Kommunen finden vielfältige Veranstaltungen statt, bei denen Menschen zusammenkommen, diskutieren und Demokratie in spannenden Formaten erleben. Mitmachen erwünscht: Engagierte aus Zivilgesellschaft, Bildung, Kultur, Initiativen oder Kommunen sind herzlich eingeladen, eigene Angebote einzureichen und Teil der Langen Nacht der Demokratie 2026 zu werden. Ob Diskussion, Workshop, Lesung, Ausstellung, Theater, Musik oder Begegnungsformat: Kreative Ideen, die Demokratie erlebbar machen und Menschen ins Gespräch bringen, sind gefragt. Weitere Informationen, Hinweise zur Beteiligung und eine Übersicht der teilnehmenden Einrichtungen finden Sie hier.


Tagung: Islamismus in Baden-Württemberg

Wie steht es heute um den Islamismus in Deutschland sowie Baden-Württemberg und die Diskussion darum? Wie unterscheiden sich verschiedene Formen des Islamismus – legalistisch, salafistisch oder dschihadistisch? Welche sind die wichtigsten islamistischen Akteure und Akteurinnen in Deutschland? Wie hat sich die Szene in den vergangenen Jahren verändert? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Fachtagung der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Wann: 28. September 2026, 18:30 – 21:30 Uhr,

Wo: Weingarten

Anmeldung: Weitere Informationen finden Sie hier.   


Einsamkeit in der Jugend

Einsamkeit in der Jugend: Verstehen, erkennen und begegnen“ ist der Titel einer Fachveranstaltung des Projekts Atlas, die sich mit der Einsamkeit junger Menschen in einer digital vernetzten Welt befasst. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen vor allem Fragen für die pädagogische Praxis im Mittelpunkt: Wie lässt sich Einsamkeit erkennen? Welche Handlungsmöglichkeiten haben Fachkräfte? Und wie können soziale Teilhabe und tragfähige Beziehungen gestärkt werden? Referent ist Dr. Janosch Schobin, Soziologe am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. in Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Freundschaftssoziologie, der Einsamkeitsforschung und der Techniksoziologie.

Wann: 30.09.2026, 10:30–12:00 Uhr

Wo: Online über Zoom

Anmeldung: Die Anmeldung ist hier möglich.

 


Macht. Autorität. Verantwortung. Perspektiven für Demokratie, Teilhabe und professionelle Praxis ist der Titel einer Fachtagung, die sich an Fachkräfte, Studierende und Multiplikatoren richtet. Sie sollen ein differenziertes Verständnis von Macht und Autorität entwickeln und die eigene professionelle Rolle kritisch reflektieren. Neben fachlichen Impulsen steht der Austausch zwischen unterschiedlichen Berufsfeldern im Mittelpunkt.

Wann: 1. Oktober 2026, 9:30 bis 17:00 Uhr

Wo: Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Stuttgart-Hohenheim

Anmeldung: Die Anmeldung ist hier möglich.


„Social Media verbieten? Warum Medienkompetenz wichtiger ist als Verbote“, mit diesem Thema beschäftigt sich ein Fachimpuls mit der Frage, wie junge Menschen befähigt werden können, digitale Medien reflektiert, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu nutzen. Im Rahmen des Projekts ATLAS Connect wirft Dirk von Gehlen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen, Trends und Debatten in digitalen Räumen. Dabei geht es nicht nur um Risiken und Herausforderungen, sondern auch um die Potenziale sozialer Medien. Anhand konkreter Beispiele zeigt er auf, wie digitale Plattformen kreative Ausdrucksformen, gesellschaftliche Teilhabe, Gemeinschaft und Lernen ermöglichen können.

Wann: 29.10.2026, 10:30–12:00 Uhr

Wo: Online über Zoom

Anmeldung: Die Anmeldung ist hier möglich.


Neue Feindbilder, neue Gewaltformen? Wie verändert sich der Linksextremismus? Und  welche Entwicklungen sind für Prävention und pädagogische Praxis besonders relevant? Im Online Lunch gibt Isabelle Holz einen wissenschaftlich fundierten Einblick in aktuelle Entwicklungen des linksextremistischen Spektrums. Dabei richtet sie den Blick weniger auf einzelne Gruppierungen als auf die ideologischen Veränderungen dahinter: Wie verändert sich die Kapitalismuskritik? Warum gewinnen öko-anarchistische und antimodernistische Argumentationen an Bedeutung? Weshalb geraten Unternehmen und kritische Infrastrukturen zunehmend in den Blickwinkel militanter Gruppen? Der Vortrag ordnet diese Entwicklungen ein und diskutiert ihre Bedeutung für Prävention, politische Bildung und pädagogische Praxis. Isabelle Holz  ist Vorsitzende des Netzwerks Terrorismusforschung e. V. und wissenschaftliche Mitarbeiterin und Teilprojektleiterin im Forschungsverbund MOTRA – Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung.

Wann: 26.11.2026, 12:30–14:00 Uhr

Wo: Online über Zoom

Anmeldung: Die Anmeldung ist hier möglich.

 

ZUM SEHEN, ZUM LESEN, ZUM HÖREN

Zum Sehen: Fromm und radikal – Verfassungsfeinde im Namen Gottes

Die Dokumentation „Fromm und radikal – Verfassungsfeinde im Namen Gottes“ im SWR beleuchtet den christlichen Fundamentalismus. Reporterin Kyra Funk verfolgt die Netzwerke der religiösen Rechten in Deutschland und international. Sie stellt fest: Diese Bewegungen gewinnen, ähnlich wie in den USA, auch hierzulande an Einfluss. Sie wenden sich gegen Demokratie, queere Menschen und Frauenrechte. Verfügbar in der ARD-Mediathek.

In der ARD-Mediathek


Zum Lesen: „Rechtsextremismus in Deutschland: Merkmale, Erklärungsansätze, Handlungsfelder“

Wann gilt man als rechtsextrem? Welche Einstellungen, Akteure und Strategien umfasst dieser Begriff, und wie grenzt er sich von anderen politischen Strömungen ab? Ein Dossier der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg bietet einen fundierten Überblick über zentrale Begriffe und aktuelle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus. Es beleuchtet thematische Schwerpunkte und Diskursstrategien, zeigt soziale und politische Ursachen auf und untersucht die Auswirkungen rechtsextremer Einstellungen auf unsere Demokratie. Abschließend bietet es Handlungsperspektiven, Präventionsansätze und Beratungsangebote, die helfen, Rechtsextremismus zu erkennen und ihm entgegenzutreten. Eine Literaturliste, Beratungsangebote und weiterführende Links ergänzen das Dossier.

Das Dossier ist hier zu finden.

 


Zum Hören: Verlust der Mitte und die Krise der Demokratie

Damit die Demokratie überlebt, müssen demokratische Parteien die „stille Mitte“ der Gesellschaft zurückerobern. Dieser Überzeugung ist der ehemalige Bundesverfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle. Er warnt, dass es sich bei der Demokratie „um ein vorübergehendes Phänomen“ handeln könnte, wenn die Gefahr autoritärer, rechtspopulistischer, rechtsextremer Parteien nicht eingehegt werde. Die stille Mitte“ habe sich aus unterschiedlichen Gründen von den demokratischen Parteien abgewandt. Drei Vorschläge führt der Rechtswissenschaftler an der Uni Freiburg in seinem Vortrag aus: den Staat handlungsfähiger machen per Staatsreform, Politik und öffentlicher Dienst müssten ihre Veränderungsbereitschaft glaubwürdig verkörpern und mehr (analoge) Begegnungsorte.

Der Vortrag kann hier abgerufen werden.

 

DIE GUTE NACHRICHT

Verstehen wir uns noch?

Zwei Menschen, zwei Meinungen, ein Gespräch. Das ist das Grundprinzip von „Deutschland spricht“, einer Plattform, die die Wochenzeitschrift DIE ZEIT vor neun Jahren ins Leben gerufen hat. Seitdem hat die Initiative mehr als 100.000 Menschen zusammengebracht. Viele berichten von überraschend offenen oder faszinierenden Begegnungen.

Eine Woche vor der Wahl in Sachsen-Anhalt, am 30. August, wollen zahlreiche Medien – von ZEIT, Bild, Spiegel, FAZ, Handelsblatt und viele mehr –  Zehntausende Menschen zusammenbringen. Je zwei Menschen mit möglichst unterschiedlichen Meinungen sollen sich an diesem Tag auf ein Gespräch treffen, im Café, am Bahnhof oder in einem Park. Sie sollen sich unter vier Augen über die politischen Streitfragen unserer Zeit unterhalten. Vielleicht finden sie dabei heraus, dass die andere Seite auch Argumente hat, über die es sich nachzudenken lohnt.

Anmeldungen sind hier möglich.