Newsletter 10I2026
Neun junge Menschen halten sich aneinander und sind von hinten fotografiert

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen zum Newsletter des Demokratiezentrums Baden-Württemberg. Freuen Sie sich auf neue Beiträge zur Demokratieförderung und Extremismusprävention, Empfehlungen für lesenswerte Publikationen, spannende Veranstaltungen und aktuelle Ausschreibungen.

Was Sie in dieser Ausgabe unter anderem erwartet:

  • Vorschau auf die Lange Nacht der Demokratie
  • Was bedeutet Neutralität?
  • Bündnis unterstützt Opfer rechtsextremer Angriffe
  • Aktuelle Ausschreibungen
  • Spannende Veranstaltungen
  • Die gute Nachricht

Sind Sie neu hier? Erfahren Sie mehr über uns auf www.demokratiezentrum-bw.de. Dort finden Sie auch unser NewsletterArchiv. Aktuelle Informationen bieten wir auf Facebook, Instagram und jetzt auch auf Mastodon

Eine anregende Lektüre und schöne Spätsommertage wünscht Ihnen

Ihre Landeskoordinierungsstelle des Demokratiezentrums Baden-Württemberg

PS: Haben Sie einen Hinweis, worüber wir berichten sollten? Schreiben Sie an info@demokratiezentrum-bw.de.

NICHT VERSÄUMEN: LANGE NACHT DER DEMOKRATIE

Lust auf ein Candlelight-Dinner für die Demokratie? Oder lieber mit geretteten Lebensmitteln kochen? Spannende Einblicke bei der True Crime Night erhalten? Oder in der Straßenbahn über Desinformation, Medienkompetenz und das demokratische Zusammenleben diskutieren?  Musik, Kunst, Tanz, Sport, Lesungen  oder Spaziergänge  – alles ist dabei! Die Lange Nacht der Demokratie in Baden-Württemberg bietet für jede und jeden etwas.

Am Abend vor dem Tag der Deutschen Einheit, dem 2. Oktober 2026, finden in mehr als 50 Städten und Gemeinden Veranstaltungen statt. Menschen kommen zusammen, tauschen sich aus und erleben Demokratie in vielfältigen Formaten.

Wer die Lange Nacht der Demokratie einmal auf dem Stuttgarter Fernsehturm verbringen möchte, hat jetzt die Chance: Bei den Aufzeichnungen für das SWR Kultur Forum oder den Podcast „40+ Die Podcast Therapie“ können Sie dabei sein. Zu gewinnen gibt es 2 x 2 Karten. Teilnahmeschluss ist der 20. September 2026.

Was wird in ihrer Gemeinde, in ihrer Region angeboten? Alle Informationen zur Langen Nacht der Demokratie finden Sie hier.

WAS BEDEUTET NEUTRALITÄT?

Für Beschäftigte im öffentlichen Dienst gilt das Neutralitätsgebot. Es verpflichtet dazu, in  politischen, weltanschaulichen und religiösen Fragen Zurückhaltung zu wahren. Gleichzeitig fordert es, die Werte des Grundgesetzes – allen voran die Menschenwürde – aktiv zu verteidigen. Wie lässt sich beides vereinbaren? Wann ist Stellungnahme erlaubt? Wann Zurückhaltung geboten?

In der Praxis kann diese Doppelverpflichtung – Neutralität einerseits, aktiver Schutz der Menschenwürde andererseits – zu Unsicherheiten führen. Der Bundesverband Mobile Beratung hat deshalb dazu eine Handreichung veröffentlicht, die sich auf Kommunen und Verwaltungen konzentriert. Sie zeigt anhand von sieben Fallbeispielen, wie Verantwortliche rechtssicher und grundgesetzkonform handeln können. Neutralität bedeutet demnach nicht Gleichgültigkeit. Sie schließt ein, für Grundrechte und die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten.

Das Thema Neutralität beschäftigt auch die Mobile Beratung in Baden-Württemberg. Unter Berufung auf das Neutralitätsprinzip werden die Behandlung bestimmter Themen im Unterricht, Äußerungen von Lehrkräften oder Entscheidungen von Schulleitungen angegriffen. Viele Lehrkräfte sind unsicher, wie sie im Unterricht mit politischen Meinungen umgehen sollen. Eine repräsentative Befragung der Robert Bosch Stiftung zeigt, dass „Dienstaufsichtsbeschwerden, Kleine Anfragen und Forderungen nach ‚Neutralität‘ aus rechten Kreisen“ die Unsicherheit verstärken. Fast jede fünfte Lehrkraft fühlt sich durch das Neutralitätsgebot verunsichert oder eher verunsichert. Über ein Viertel glaubt fälschlicherweise, im Unterricht keine eigene Meinung zu politischen Fragen äußern zu dürfen.

Die Publikation des Bundesverbands Mobile Beratung steht hier zum Download bereit.

BÜNDNIS UNTERSTÜTZT OPFER RECHTSEXTREMER ANGRIFFE

Mehr als 80 zivilgesellschaftliche Organisationen und Verbände haben sich auf gemeinsame Hilfen für Menschen und Einrichtungen verständigt, die von Rechtsextremisten bedroht oder angegriffen werden. Wie das Bündnis „Zusammen für Demokratie“ mitteilt, unterzeichneten Gewerkschaften, kirchliche Träger und zahlreiche Menschenrechts-, Sozial- und Umweltverbände eine entsprechende Solidaritätsvereinbarung. Sie wollen nach Anschlägen auf Kulturzentren oder nach Hasskampagnen gegen Engagierte schnell beraten, rechtlich unterstützen oder finanziell helfen.

Mit der Vereinbarung reagiert das Bündnis auf die wachsende Zahl rechtsextremistischer Angriffe und Anfeindungen. Es werde versucht, durch systematische Gewalt, Drohungen, Beleidigung und Desinformation besonders verletzliche Gruppen und engagierte Menschen einzuschüchtern, zu diskreditieren und mundtot zu machen. Wer wegen seines Einsatzes für die Demokratie angegriffen werde, solle nicht allein bleiben.

Neben dem Deutschen Gewerkschaftsbund unterstützen die evangelische und katholische Kirche sowie der Deutsche Olympische Sportbund die Solidaritätsvereinbarung. Sie soll Bürgerinnen und Bürger ermutigen, ihr Engagement trotz wachsender Anfeindungen fortzusetzen.

Das Bündnis Demokratie und Menschenrechte Baden-Württemberg und die Mobile Beratung im Demokratiezentrum Baden-Württemberg sind Partnerorganisationen des Bündnisses „Zusammen für Demokratie“.

 

PRIEN MIT UMBAU VON "DEMOKRATIE LEBEN" ZUFRIEDEN

Familienministerin Karin Prien (CDU) ist mit dem Umbau des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ zufrieden. „Wir haben sehr erfreuliche Beteiligungszahlen mit über 1.300 Interessenbekundungen“, sagte Prien der Deutschen Presse-Agentur. Nach dem 4. September würden Jurys die Projekte begutachten und förderwürdige zur Antragstellung auffordern.
Prien will „Demokratie leben“ nach eigenem Bekunden mehr auf die Mitte der Gesellschaft ausrichten. Damit läuft die Förderung von rund 200 Projekten zum Jahresende aus, was bei vielen Trägern Sorge und Kritik auslöste.
„Wir haben eine etwas breitere Bewerberlage, weil auch die Förderkriterien breiter und gleichzeitig die Ziele klarer sind“, sagte die Ministerin. Es gebe großes Interesse an digitalen Projekten, ein Thema, das bisher bei Extremismusprävention und Demokratiebildung nicht hinreichend berücksichtigt gewesen sei.
Nach dem islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hatte Prien angekündigt, das Programm nachzuschärfen und mehr Geld für Deradikalisierungsprogramme einzuplanen. Das werde konkret, sagte sie jetzt: „Es sind statt fünf sogar sechs Millionen Euro.“

Im Entwurf des Bundeshaushalts 2027 sind für das Bundesprogramm  167 Millionen Euro vorgesehen. 2026 waren 190 Millionen Euro eingestellt.

SAAR-LANDTAG GEGEN NEUAUSRICHTUNG VON "DEMOKRATIE LEBEN!"

Der saarländische Landtag hat sich gegen die von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) geplante Neuausrichtung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ ausgesprochen. Dieses Programm habe sich als „zentrales Element der Demokratieförderung“ etabliert, heißt es in einer von der absoluten SPD-Mehrheit im Landesparlament beschlossenen Erklärung. Die „Schwächung bewährter Strukturen“ sei „das falsche Signal“. Dem Saarland gingen mehr als 416.000 Euro Fördermittel verloren. Mit dem Beschluss wurde die Landesregierung von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) aufgefordert, „sich auf Bundesebene für eine verlässliche und langfristige Finanzierung erfolgreicher Projekte der Demokratieförderung einzusetzen“.

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ läuft seit 2014 und hat dieses Jahr etwa 190 Millionen Euro zur Verfügung, um bundesweit Verbände und Projekte zu fördern. Gefördert wurden nach Angaben des Bundesfamilienministeriums zuletzt 360 Partnerschaften für Demokratie und etwa 3.000 Projekte oder Initiativen. Prien hat angekündigt, dass die Förderung von rund 200 von insgesamt mehreren Hundert Projekten zum Jahresende auslaufen und die Förderrichtlinien überarbeitet werden sollen.

GUT ZU WISSEN - ANGEBOTE IM SEPTEMBER

Europäischer Tag der jüdischen Kultur

Der 6. September 2026 steht im Zeichen der jüdischen Kultur. An diesem Sonntag öffnen Synagogen, Friedhöfe, Gedenkstätten und Museen in vielen Ländern ihre Türen. Auch beiderseits des Rheins laden jüdische Gemeinden, Gedenkstätten und Museen zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur ein. In Baden-Württemberg erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm: Ausstellungen, Führungen, Lesungen, Vorträge, Konzerte und kulinarische Erlebnisse.

Das Programm im Elsass und in Baden-Württemberg beleuchtet die jahrhundertealten Beziehungen der jüdischen Gemeinden und ihre Verflechtungen mit der lokalen Kultur hervor. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts prägte das Landjudentum diese Regionen. Heute pflegen die Gemeinden, Gedenkstätten und Museen dieses Erbe und bewahren die Spuren des vernichteten jüdischen Lebens. Das diesjährige Motto lautet: „Love“.

Das Veranstaltungsprogramm für den Europäischen Tag der Jüdischen Kultur in Baden-Württemberg ist hier zu finden.


100 Köpfe der Demokratie

Die Ausstellung „100 Köpfe der Demokratie – Starke Stimmen für ein Leben in Freiheit“ ist vom 9. September bis 9. Oktober 2026 im Foyer der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart, Jägerstraße 30, zu sehen. Sie zeigt, wie vielfältig das demokratische Engagement in den vergangenen 200 Jahre war. Die Biografien der 100 Persönlichkeiten – Frauen und Männer aus verschiedenen Regionen und sozialen Schichten – spiegeln unterschiedliche Ideen, Visionen und Ansichten zur Demokratie wider. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist an Werktagen von 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr zu besichtigen.


Nicht nur zweite Reihe? Frauen in der extremen Rechten

Frauen prägen die extreme Rechte  – sowohl online als auch offline. Ein digitaler Fachtag am 18. September 2026 und ein Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung beleuchten ihre Strategien und ihre Rolle bei der Verbreitung extrem rechter Ideologien.

In rechtsextremen Ideologien werden Frauen oft auf traditionelle Rollen als Mütter, Ehefrauen und Bewahrerinnen einer vermeintlich „natürlichen Ordnung“ reduziert. Familie, Herkunft und Gemeinschaft werden hierarchisch und ethnisch definiert. Gleichstellungspolitik, feministische Bewegungen und geschlechtliche Vielfalt erscheinen als Bedrohung.

Trotz der Betonung traditioneller Rollen sind Frauen keineswegs nur passive Figuren. Sie agieren als Aktivistinnen, Organisatorinnen und Multiplikatorinnen und fördern aktiv die Verbreitung und Stabilisierung entsprechender Ideologien – auch über digitale Plattformen.

AKTUELLE AUSSCHREIBUNGEN

Ausschreibung I: Zusammenhalt durch Teilhabe  

Wie lassen sich demokratischer Austausch und gegenseitiges Vertrauen vor Ort nachhaltig fördern? Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ neue Fördermittel aus. Gesucht werden innovative Dialog-, Begegnungs- und Praxisformate, die gezielt in ländlichen und strukturschwachen Räumen ansetzen. Ob Bildungsträger, Dachverbände oder lokale Initiativen: Gefördert werden alltagsnahe Projekte, die Vorurteile abbauen, die Debattenkultur und demokratische Werte stärken. Anträge können bis zum 2. Oktober 2026 eingereicht werden.  

Weitere Informationen sind hier zu finden.


Ausschreibung II: Gemeinsam engagiert in BW V

Das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit unterstützt auch dieses Jahr mit dem Programm „Gemeinsam engagiert in BW V“ innovative Projekte von Kommunen, Einrichtungen und Vereinen. Ziel ist es, das bürgerschaftliche Engagement und Ehrenamt vor Ort zu stärken. Die Förderung soll Strukturen ausbauen, neue Impulse setzen, die Vielfalt des Engagements fördern und möglichst vielen Menschen die Teilnahme ermöglichen.

Der diesjährige Förderaufruf legt den Schwerpunkt auf zwei Themen: Zugänge und Engagementmöglichkeiten für unterrepräsentierte Gruppen verbessern und gesellschaftliche Resilienz und Zusammenhalt stärken. Pro Projekt können bis zu 10.000 Euro beantragt werden. Anträge können bis zum 1. Oktober 2026 eingereicht werden.

Weitere Informationen sind hier zu finden.


Ausschreibung III: Wertstätten der Demokratie

Das Programm „Wir sind dabei! – Wertstätten der Demokratie“ startet in eine neue Förderphase. Ab sofort können Projekte eingereicht werden!

Die Baden-Württemberg Stiftung und der Landesjugendring fördern Jugendgruppen und Träger der Jugendarbeit, die sich kreativ und konstruktiv mit demokratischen Werten auseinandersetzen. Ziel ist es, Strategien gegen demokratiefeindliche Tendenzen zu entwickeln und eine demokratische Haltung zu stärken. Junge Menschen erleben Demokratie so direkt und praxisnah.

Förderanträge können bis zum 25. Oktober 2026 gestellt werden: Bis zu 25.000 Euro für Gemeinschaftsprojekte mit mindestens drei Jugendgruppen und einer Laufzeit von mindestens zwölf Monaten. Bis zu 5.000 Euro für Einzelprojekte mit einer Jugendgruppe und einer Laufzeit von mindestens sechs Monaten.

Weitere Informationen sind hier zu finden.

DEMOKRATIE VOR ORT

Landesdemokratiekonferenz 2026

Vielen Dank für das überaus große Interesse an der Landesdemokratiekonferenz. Die Veranstaltung am 28. September 2026 ist bereits ausgebucht. Zurzeit können wir nur Anmeldungen für die Warteliste entgegennehmen.


 

Tagung: Islamismus in Baden-Württemberg

Wie steht es heute um den Islamismus in Deutschland sowie Baden-Württemberg und die Diskussion darum? Wie unterscheiden sich verschiedene Formen des Islamismus – legalistisch, salafistisch oder dschihadistisch? Welche sind die wichtigsten islamistischen Akteure und Akteurinnen in Deutschland? Wie hat sich die Szene in den vergangenen Jahren verändert? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Fachtagung der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Wann: 28.9.2026, 18:30 Uhr – 21:30 Uhr,

Wo: Abtei Weingarten

Weitere Informationen finden Sie hier.


Umgang mit radikalisierten Jugendlichen

Wenn Jugendliche von Radikalisierung betroffen oder durch sie gefährdet sind, stehen Fachkräfte häufig vor besonderen Herausforderungen. Im fünften Digital Dialog Kinderschutz informieren Anna Angst und Anne-Marie Jambon über das Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (konex) und die Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX). Sie geben einen Überblick über die Aufgaben und Unterstützungsangebote und zeigen, welche Handlungsmöglichkeiten und Beratungsangebote Fachkräften in der Praxis zur Verfügung stehen.

Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte und alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sowie Personen aus den Bereichen Polizei, Gesundheit, Bildung und andere Interessierte.

Wann: 29.9.2026, 11:00 Uhr – 12:00 Uhr

Wo: Digital

Weitere Informationen finden Sie hier


Thema Einsamkeit 

Einsamkeit in der Jugend: Verstehen, erkennen und begegnen“ ist der Titel einer Fachveranstaltung des Projekts Atlas. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen vor allem Fragen für die pädagogische Praxis im Mittelpunkt: Wie lässt sich Einsamkeit erkennen? Welche Handlungsmöglichkeiten haben Fachkräfte? Wie können soziale Teilhabe und tragfähige Beziehungen gestärkt werden? Referent ist Dr. Janosch Schobin, Soziologe am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. in Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Freundschaftssoziologie, der Einsamkeitsforschung und der Techniksoziologie.

Wann: 30.09.2026, 10:30 Uhr –12:00 Uhr

Wo: Online über Zoom

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Über Macht und Autorität

Macht. Autorität. Verantwortung. Perspektiven für Demokratie, Teilhabe und professionelle Praxis ist der Titel einer Fachtagung, die sich an Fachkräfte, Studierende und Multiplikatoren richtet. Sie sollen ein differenziertes Verständnis von Macht und Autorität entwickeln und die eigene professionelle Rolle kritisch reflektieren. Neben fachlichen Impulsen steht der Austausch zwischen unterschiedlichen Berufsfeldern im Mittelpunkt.

Wann: 1.10.2026, 9:30 Uhr – 17:00 Uhr

Wo: Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Stuttgart-Hohenheim

Weitere Informationen finden Sie hier.


Medienkompetenz und/oder Verbote? 

„Social Media verbieten? Warum Medienkompetenz wichtiger ist als Verbote“, mit diesem Thema beschäftigt sich ein Fachimpuls  des Projekts ATLAS Connect. Dirk von Gehlen einen Blick auf aktuelle Entwicklungen, Trends und Debatten in digitalen Räumen. Dabei geht es nicht nur um Risiken und Herausforderungen, sondern auch um die Potenziale sozialer Medien. Anhand konkreter Beispiele zeigt er auf, wie digitale Plattformen kreative Ausdrucksformen, gesellschaftliche Teilhabe, Gemeinschaft und Lernen ermöglichen können.

Wann: 29.10.2026, 10:30 Uhr –12:00 Uhr

Wo: Online über Zoom

Weitere Informationen finden Sie hier.


Thema Linksextremismus

Neue Feindbilder, neue Gewaltformen? Wie verändert sich der Linksextremismus? Und  welche Entwicklungen sind für Prävention und pädagogische Praxis besonders relevant? Im Online Lunch gibt Isabelle Holz einen wissenschaftlich fundierten Einblick in aktuelle Entwicklungen des linksextremistischen Spektrums. Dabei richtet sie den Blick weniger auf einzelne Gruppierungen als auf die ideologischen Veränderungen dahinter: Wie verändert sich die Kapitalismuskritik? Warum gewinnen öko-anarchistische und antimodernistische Argumentationen an Bedeutung? Weshalb geraten Unternehmen und kritische Infrastrukturen zunehmend in den Blickwinkel militanter Gruppen? Der Vortrag ordnet diese Entwicklungen ein und diskutiert ihre Bedeutung für Prävention, politische Bildung und pädagogische Praxis. Isabelle Holz  ist Vorsitzende des Netzwerks Terrorismusforschung e. V. und wissenschaftliche Mitarbeiterin und Teilprojektleiterin im Forschungsverbund MOTRA – Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung.

Wann: 26.11.2026, 12:30 Uhr –14:00 Uhr

Wo: Online über Zoom

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

ZUM SEHEN, ZUM LESEN, ZUM HÖREN

Zum Sehen: Shtisel

Manche Serien packen so sehr, dass man sie zwei- oder dreimal anschaut. Shtisel ist eine davon. Die israelische Serie zeigt das Leben einer charedischen Familie im Jerusalemer Stadtteil Ge’ula. Immer wieder stoßen die strengen Regeln auf die moderne, liberale Großstadtwelt – und daraus entspringen abenteuerliche, amüsante oder dramatische Momente.
Vorsicht: Bing-Watching-Gefahr!

Zu sehen bei Netflix


Zum Lesen: Sara Pohl – Kann man Filterblasen platzen lassen?

Warum glauben Menschen an Verschwörungstheorien? Wie bilden sich Filterblasen? Und warum scheitern Gespräche oft, wenn Meinungen stark auseinandergehen? In einer Zeit, die von Desinformation, Polarisierung und digitalen Echokammern geprägt ist, fühlen sich viele orientierungslos und suchen nach einfachen Lösungen. Sarah Pohl, Leiterin der Zentralen Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen Baden-Württemberg (Zebra), erklärt in 101 Fragen und Antworten die psychologischen, sozialen und kommunikativen Mechanismen hinter Verschwörungsglauben und kontroversen Ansichten.

Sarah Pohl: Kann man Filterblasen platzen lassen? 101 Fragen & Antworten rund um Verschwörungstheorien, Fake News und ideologische Überzeugungen, 114 Seiten, 20 Euro


Zum Hören: „Tradwives – Rückschritt mit Reichweite“

Auf TikTok und Instagram putzen, kochen und backen junge Hausfrauen – stets makellos gestylt und scheinbar nur für ihre Männer. Was wie ein harmloser Lifestyle-Trend wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als politisches Statement. Die romantisierten Bilder vermitteln Botschaften über Geschlechterrollen, Weiblichkeit und gesellschaftliche Ordnung, die weit über Sauerteigrezepte hinausreichen.

Sophia Fechter, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Demokratiezentrum der Philipps-Universität Marburg, untersucht Onlinephänomene und deren Einfluss auf politische Debatten. Im Gespräch mit Angela Fitsch erklärt sie, wie der Tradwife-Trend gesellschaftliche Ängste aufgreift und gezielt verstärkt, welche Verbindungen zur Manosphere und rechten Bewegungen bestehen und warum es sich lohnt, hinter die perfekt inszenierten Küchenfassaden zu blicken.

Der Podcast ist hier zu finden.

DIE GUTE NACHRICHT

Nach Rassismus-Vorwurf – Baderöcke jetzt erlaubt

„Net g’schimpft isch g’lobt g’nuag“, heißt es im Schwäbischen. Vielleicht sollten wir öfter loben – besonders, wenn Kritik zu Verbesserungen führt. So wie hier: In einem Freiburger Freibad kam es laut Badischer Zeitung zu einem Streit um Baderöcke. Ein Bademeister hatte mehrere junge Mädchen  aus dem Becken geschickt, weil sie knielange Röcke aus Badetextil über ihren Badeanzügen trugen. Die Mädchen, Sintizze, begründeten dies mit „kulturellen Gründen“. Es folgten hitzige Diskussionen, die Polizei griff ein, einige Besucher verließen das Bad unter Begleitung, Hausverbote folgten. Der Vorwurf von Rassismus und Antiziganismus stand im Raum. Statt weiter zu eskalieren, suchten alle Beteiligten das Gespräch. Das Ergebnis: Die Hausverbote wurden aufgehoben, die Betroffenen erhielten Saisonkarten als Entschädigung. Das Badepersonal wurde geschult, und die Badeordnung änderte sich. Baderöcke sind in den Freiburger Bädern – wie Burkinis – nun ausdrücklich erlaubt.